Mit 36 Jahren schnell wie selten zuvor - Vladescu setzte neue Reize
Drechslers Traum: Nach 18 Jahren drittes WM-Gold

Olympiasiegerin Heike Drechsler träumt vom Rekord für die Ewigkeit. "Mein Ziel ist Gold, und ich kann es gewinnen", sagt die 36-Jährige, die im WM-Weitsprung von Edmonton 18 Jahre nach dem Triumph von Helsinki 1983 zum dritten Mal Weltmeisterin werden will.

sid EDMONTON. Trainer Dan Vladescu, mit dem die Karlsruherin auf die Zielgerade der Karriere geht, kommt ins Schwärmen, wenn er vor der Qualifikation am Sonntag von den aktuellen Trainingswerten seiner Ausnahmeathletin spricht. "Über 30 Meter läuft sie mit fliegendem Start unglaubliche Zeiten. Kann sie dieses Tempo auf's Brett bringen, ist alles möglich", sagt der gebürtige Rumäne.

Vielleicht auch Gold, das sie in ähnlicher Ausgangsposition vergangenes Jahr in Sydney mit dem Sprung zur 25. großen Medaille der Karriere gewann. Dank Erfahrung und Routine scheint das Formbarometer auch diesmal im entscheidenden Moment nach oben zu schnellen.

Dabei hatte Heike Drechsler noch vor zwei Wochen angesichts des durch eine Oberschenkelverletzung entstandenen Trainingsdefizits geklagt: "Mir fehlen Frische und Lockerheit. Die WM kommt drei bis vier Wochen zu früh." Doch Bedenken dieser Art sind inzwischen weitgehend zerstreut.

Auch wenn der Optimismus steigt, sagt Heike Drechsler: "Ein Niveau von sieben Metern zu haben, ist die eine Sache. Es im entscheidenden Augenblick umsetzen zu können, eine andere. Wenn es nicht läuft, ist Routine hilfreich, aber längst noch keine Garantie."

Mit zu wenig Wettkampf-Praxis war die Thüringerin im März bei der Hallen-WM von Lissabon als Fünfte an der erhofften Medaille gescheitert. Doch Ende Juni feierte sie in Bremen mit 6,79 m den siebten Weitsprung-Sieg im Europacup.

Zu den Geschlagenen zählte auch Tatjana Kotowa, die als Weltranglisten-Erste mit 7,12 m die wohl härteste Rivalin in Edmonton ist. Die zwölf Jahre jüngere Russin, Vierte in Sydney, hat vor wenigen Tagen erklärt, sie könne bei der WM 7,20 m springen. "Mag sein, dass sie sich eine solche Weite zutraut. Ich im Augenblick nicht", sagt Heike Drechsler und räumt ein: "Die Zeiten, in denen ich 7,48 m oder wie beim Hallen-Weltrekord 7,37 m gesprungen sind, die sind vorbei."

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