Mit 8,88 Meter neuer Rekordpegel in Dresden
Elbe-Hochwasser steigt ungebrochen

Um 6.00 Uhr wurden in der sächsischen Landeshauptstadt nach Angaben der Landeshochwasserzentrale 8,88 Meter gemessen. In der Nacht hatte der Krisenstab in Dresden die Evakuierung weiterer vier Stadtteile beschlossen.

HB/ddp. Am Morgen wurden alle Elbbrücken Dresdens für den Verkehr gesperrt. In Sachsen-Anhalt begann in den frühen Morgenstunden die Evakuierung Bitterfelds. Dagegen hat sich die Lage in der bereits evakuierten südbrandenburgischen Stadt Mühlberg nicht weiter verschärft. Bis auf 150 "Verweigerer" hätten alle 5 000 Einwohner die Elbe-Elster-Stadt verlassen, sagte ein Sprecher des Potsdamer Innenministeriums.

In Dresden werden seit den frühen Nachtstunden die Einwohner der Stadtteile Übigau, Kleinzschachwitz, Mickten und Laubegast in Sicherheit gebracht. In diesen Gebieten der Elbestadt wohnen etwa 30 000 Menschen. Sie sollen vorübergehend in Schulen der Stadt einquartiert werden. Am Vorabend war bereits mit der Evakuierung der Stadtteile Trachau und Kaditz begonnen worden. Gegen 3.00 Uhr erreichte der Pegelstand der Elbe bei Dresden mit 8,77 Metern den Rekordstand vom 31. März 1845, wie ein Sprecher des Innenministeriums mitteilte. Im Gegensatz zu damals steige das Wasser aber pro Stunde etwa um fünf Zentimeter weiter an. Nach Angaben des Sprechers sind unterdessen auch Vorbereitungen zur Evakuierung der Städte Radebeul und Meißen angelaufen.

Die Bundesluftwaffe setzte in der Nacht die Evakuierung schwerkranker Patienten aus den vom Hochwasser bedrohten Dresdener Krankenhäusern fort. Wie ein Sprecher der Bundeswehr sagte, flogen zwei Transportmaschinen vom Typ Transall und ein Airbus A310 annähernd 110 Patienten aus einem provisorischen Lazarett auf dem Flughafen Dresden-Klotzsche nach Leipzig. Bis Donnerstagabend waren bereits 100 Patienten nach Leipzig, Berlin und Köln ausgeflogen worden.

Die Evakuierung von rund 30 000 Einwohnern der Städte Pirna und Heidenau ist kurz nach Beginn am Donnerstagabend wieder gestoppt worden. Der Elbepegel sei langsamer als zunächst erwartet angestiegen, sagte ein Sprecher des Landkreises Sächsische Schweiz. Bislang seien allein in Pirna etwa 2100 Menschen in Schulen und Turnhallen untergebracht worden.

Auch in Bitterfeld in Sachsen-Anhalt spitzt sich Hochwasserlage zu. Kurz nach Mitternacht beschloss der Krisenstab des Landkreises Bitterfeld die Evakuierung der 16 000 Einwohner der Stadt. Die Lage habe sich nach der Überflutung des Tagebau-Restloches Goitzsche nicht entspannt, sagte die Pressesprecherin des Kreises, Regina Krüger. Die Einwohner der Stadt seien per Lautsprecher von der Polizei zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert worden. Die Patienten des städtischen Krankenhauses waren nach Angaben der Sprecherin bereits am Donnerstag in medizinische Einrichtungen in Wolfen verlegt worden.

Nach dem Bruch eines Dammes an der bei Bitterfeld in die Elbe fließenden Mulde waren am Donnerstagabend riesige Wassermengen in den Goitzsche-See geflossen. Wenige Stunden später war der ehemalige Braunkohlentagebau aber bereits überflutet. Die größte Sorge gilt nach Angaben der Sprecherin nun der Sicherung des vom Hochwasser bedrohten Chemieparks Bitterfeld. Um die Absicherung mit Sandsäcken zu beschleunigen, sei für Freitagmorgen auch der Einsatz von Bundeswehr-Hubschraubern geplant.

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