Mit Belgacom sind weiter in Fusionsgesprächen.
KPN beruhigt Märkte mit Absage an Bezugsrechtemission

Zum geplanten Schuldenabbau würden Möglichkeiten geprüft, sich im Rahmen der Branchenkonsolidierung neu aufzustellen, sagte das Unternehmen heute. Im Zuge dessen sucht KPN dringend einen Fusionspartner.

Reuters AMSTERDAM. Der schuldengeplagte niederländische Telekommunikationskonzern KPN will zum Abbau seiner Verbindlichkeiten kurzfristig keine Bezugsrechte auf eigene Aktien begeben und hat damit kursmindernde Befürchtungen der Finanzmärkte entkräftet. An der Börse kletterte die KPN-Aktie am Montagvormittag um rund acht Prozent auf 6,40 Euro, nachdem KPN in Amsterdam mitgeteilt hatte, dass es gegenwärtig keine Pläne für eine Bezugsrechtemission gebe. Zum geplanten Schuldenabbau würden Möglichkeiten geprüft, sich im Rahmen der Branchenkonsolidierung neu aufzustellen. Ein KPN-Sprecher sagte, eine künftige Bezugsrechtemission sei zwar nicht ausgeschlossen, doch gegenwärtig stehe ein möglicher Zusammenschluss mit einem anderen Unternehmen im Vordergrund.

Die sich bei KPN auf den dreifachen Börsenwert belaufende Nettoverschuldung in Höhe von 23,2 Milliarden Euro hatte an den Finanzmärkten seit Wochen Befürchtungen genährt, KPN könne sich mit dem Verkauf von Bezugsrechten auf eigene Aktien neue Finanzmittel verschaffen wollen. Die ebenfalls unter hohen Schulden leidene British Telecom hatte 5,9 Milliarden Pfund (19 Milliarden DM) über eine Bezugsrechtemission erlöst.

Zuletzt hatten KPN und der mehrheitlich im belgischen Staatsbesitz befindliche Anbieter Belgacom Fusionsgespräche bestätigt. Durch eine Verschmelzung mit dem deutlich kleineren und nahezu schuldenfreien Anbieter könnte KPN seine Verschuldung verwässern. Belgacom-Chef John Goossens hatte am Wochenende einen Strategieplan in Aussicht gestellt, der den eigenen Aktionären, dem belgischen Staat und dem US-Konzern SBC in den nächsten Wochen oder Monaten präsentiert werden solle. Ein von SBC geführtes Konsortium hält derzeit 49,9 Prozent an Belgacom. Gegenwärtig warte Goossens noch eine Studie zur Bewertung einer Partnerschaft mit KPN ab. "Abgesehen von den Schulden ist KPN ein gesundes Unternehmen mit guten Erträgen und guten Umsätzen", sagte der Vorstandsvorsitzende.

Belgacom prüfe jedoch auch andere Optionen und sei wegen der gesunden Finanzverfassung optimistisch, einen Partner zu finden. Goossens räumte ein, dass er keine eigenständige Zukunft für Belgacom sieht. Belgacom erwirtschaftete im Jahr 2000 einen Gewinn von 479 Millionen Euro bei einem Umsatz von 5,1 Milliarden Euro. Verhandlungsnahen Kreisen zufolge führt Belgacom ebenfalls Gespräche mit der Deutschen Telekom, die an dem gemeinsam mit dem belgischen Staat und Tele Danmark betriebenen kleinsten belgischen Mobilfunkanbieter Ben 50 Prozent minus eine Aktie hält.

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