Mit dem Kapital sollen Beteiligungen erworben werden
Cisco und Softbank rücken zusammen

Der Datennetzkonzern Cisco Systems und Softbank rücken in einer umfangreichen Kooperation enger zusammen. Cisco erwirbt für 200 Mill.$ eine 1,65% Beteiligung an dem japanischen Internetunternehmen. Ferner soll ein Großteil der 12% die Softbank an Cisco Systems japanischer Vertretung hält, für 275 Mill.$ an den Datennetzkonzern veräussert werden.

WSC NEW YORK. Da Cisco die japanische Tochter nicht an der Börse platzieren möchte, gebe es keinen Grund mehr für Softbank an der Beteiligung festzuhalten. Vielmehr wolle man sich darauf konzentrieren die Chancen des wachsenden Internetmarktes in Asien gemeinsam mit Cisco zu nutzen. Der Datennetzkonzern wird über einen Zeitraum von mehreren Jahren 1,05 Mrd.$ in einen von Softbank verwalteten Venture Capital Funds einzahlen. Mit dem Kapital sollen Beteiligungen an Unternehmen im Bereich der Glasfaser-, Mobilfunk- und Breitbandtechnologie erworben werden.

"Wir sehen in Asien den Beginn einer aggressiven Wachstumsphase im Bereich der Breitbandtechnologie. Der Zeitpunkt preiswert Beteiligungen aufzubauen ist jetzt", so Softbank Vorstand Masayochi Son. Auch bei Cisco zeigt man sich entschlossen: "Sowohl Cisco als auch Softbank werden entschlossen strategische Investitionen vorantreiben, um das Internet in Asien und dem Rest der Welt voranzutreiben", teilte der Cisco Vorstand John Chambers der Presse mit. Der VC Fund wird vor allem Beteiligungen an asiatischen Internet und Telekom Service Providern kaufen, die Technologie von Cisco Systems kaufen könnten. "Wir glauben, dass Softbank über hervorragende Einblicke in den asiatischen Markt verfügt. Schon in der Vergangenheit wurden wir von dem Unternehmen nicht enttäuscht", meinte ein Unternehmenssprecher von Cisco.

Das Management des Funds werde man aus Risikogründen daher Softbank überlassen. Diese werde für ihre Tätigkeit mindestens 35% der Gewinne aus den Investitionen als Honorar erhalten. Analysten bezeichnen die Bereitschaft von Cisco eine derartige Kooperation aufzubauen als ein Zeichen des Vertrauens ins Softbank - Management. Laut Yutaka Nakai, Fondsmanager bei Daiwa Asset Management, sei die Allianz noch keine Lösung für Softbanks Schwierigkeiten. Das Unternehmen, das über 600 Beteiligungen im Internetbereich hält, generiert Kapital weniger aus dem operativen Bereich, sondern vor allem durch den Verkauf von Aktien. Um neue Investitionen einzugehen und offene Verbindlichkeiten zu tilgen, musste Softbank in den vergangenen zwei Jahren Yahoo Aktien im Wert von 760 Mill.$ verkaufen.

Ob die geplanten Investitionen in weiteren Unternehmen tatsächlich Gewinne generieren werden, stehe daher noch in Frage, bemängelt die Analystenwelt. Paul Johnson, Analyst des US Brokerhauses Robertson Stephens, sieht auch für Cisco keine wirklichen Vorteile. "Cisco verfügte Ende Oktober über 19,6 Mrd.$ an Barmittel. Statt einer derartigen Investition sollte der Konzern das Kapital lieber verwenden, um eigene Aktien zurückzukaufen", meint Johnson.

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