Mit dem Laptop in den Krieg
Alliierte Truppen nutzen vernetzte Waffen

Bei ihrem Vormarsch auf dem Boden stützen sich die US-Elite-Truppen im Wesentlichen auf Waffensysteme, die schon im zweiten Golfkrieg zur Befreiung Kuwaits eingesetzt wurden. Dank ihrer Vernetzung sind sie heute aber wesentlich leistungsfähiger.

tom DÜSSELDORF. Zur Ausrüstung der Heereseinheiten der 3. Infanterie Division, die auf Bagdad vorstößt, gehören im Kern der schwere Kampfpanzer Abrams M1 sowie der Schützenpanzer Bradley. Begleitet werden die Fahrzeuge von AH-64 Apache Longbow Helikoptern und dem Multi Launch Rocket System (MLRS), einem Raketenwerfer, der Mehrfachsprengköpfe und Suchmunition abschießen kann. Der M1 verfügt über eine 120-Millimeter-Kanone und ist vor allem dank seiner Panzerung durch abgereichertes Uran seinem irakischen Pendant, dem T-72, weit überlegen, meint Philipp Mitchell vom International Institute for Strategic Studies in London.

Die wichtigste technische Neuerung steckt allerdings in dem Kürzel FBCB 2, dem "Force 21 Battle Command Brigade and below" - ein von der Armee entwickeltes Internet für den Kampfeinsatz. Die meisten Fahrzeuge und Helikopter der Division sind mit einem Laptop ausgerüstet, über das die Soldaten ihre eigenen Positionen und die der Iraker sehen können. Die Verbindung läuft über Funk. Wie im Internet gibt es sogar Chatrooms für die Diskussion militärischer Probleme.

Genauere Koordination möglich

"Durch dieses System sind vorbereitende Flächenbombardements auf die Stellungen des Gegners aus der Luft nicht mehr unbedingt erforderlich", erklärt Sascha Lange, Militärexperte bei der Stiftung für Wissenschaft und Politik. Die Truppen können - anders als im zweiten Golfkrieg - besser koordiniert vorstoßen und sich den Positionen der Iraker sehr genau annähern. "Sie haben somit die Möglichkeit, gegnerische Einheiten bei Tag und Nacht zu überraschen", meint Lange. Es bleiben allerdings auch Gefahren, denn in dieser Breite ist das FBCB 2 bisher nicht eingesetzt worden: Die Computer können sich bei den hohen Tagestemperaturen überhitzen, Abstürze sind durchaus denkbar. Die High-Tech-Bodentruppen haben zudem mit einem weiteren Problem zu tun: Sand. "Unter den Bedingungen im Irak müssen die Wartungszyklen stark verkürzt werden", sagt Lange. Das verlange einen großen logistischen Aufwand.

Bei den massiven Luftangriffen kommen hauptsächlich Tomahawk Cruise Missiles zum Einsatz, von denen die USA über große Bestände verfügen. Eine wichtige Rolle spielen auch die so genannten JDAM, die von B-52-Bombern abgeworfen werden: Diese Bomben-Pakete werden entweder über Laser geleitet oder über eine Videokontrolle ins Ziel gelenkt. Zum Typ der "Präzisionswaffen" zählten im zweiten Golfkrieg rund 48 % der eingesetzten Bomben - heute sind es gut 85 %. "Keine Waffe ist aber wirklich akkurat", sagt Rüstungsexperte Paul Beaver von Ashborne Beaver Associates. Obwohl sich die Trefferwahrscheinlichkeit verzehnfacht hat, finden gut 10 % der neuen Geschosse ihre Ziele nicht.

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