Mit dem Markteintritt von Lidl werden neue Impulse für die Branche erwartet
Einzelhandelsketten drängen nach Lettland

Der lettische Einzelhandel ist in Bewegung geraten. Verschiedene ausländische Ketten versuchen in Riga und den anderen großen Städten des Landes Fuß zu fassen.

RIGA. Allein für den Zeitraum September bis Dezember 2003 sind mehr als 20 Neueröffnungen der litauischen Einzelhandelskette VP Market geplant. Firmeninternen Prognosen zufolge kann die Anzahl der Kunden, die im Durchschnitt täglich die Läden der lettischen VP-Market-Kette besuchen, von derzeit rd. 175 000 auf etwa 200 000 gesteigert werden. Der Leiter der Märkte in Lettland, Marcinkevicius, hält es deshalb auch für sehr wahrscheinlich, dass die konsolidierten Umsätze des litauischen Mutterhauses 2003 erstmals die Marke von 1 Mrd. Euro übersteigen.

Auch der deutsche Einzelhändler Lidl sondiert das Terrain in Lettland. Er ist bereits mit einer eigenen Gesellschaft in Riga präsent, hat jedoch bisher noch keinen konkreten Termin für die erste Geschäftseröffnung verlauten lassen. Einzig die in der lettischen Presse von Zeit zu Zeit platzierten Stellenangebote zeugen davon, dass das Engagement immer konkretere Formen annimmt.

Henriks Danusevics, Geschäftsführer des lettischen Händlerverbandes Latvijas tirgotaju asociacija, sieht dem für die nahe Zukunft erwarteten Markteintritt der Deutschen hoffnungsvoll entgegen. Er ist sich sicher, dass vor allem die Kunden durch ein Engagement der Lidl-Gruppe profitieren werden.

Für die preislich höher liegenden und entsprechend anspruchsvoller gestalteten Maxima-Supermärkte sieht Marcinkevicius außer der Hauptstadt nur noch die größeren Städte Daugavpils, Liepaja, Ventspils und Jelgava als lohnenswerte Standorte. In der Provinz käme hingegen von Seiten der Litauer vor allem die Discount-Kette T-Market zum Zuge, wobei sich der dort verfolgte "Preiswert-Ansatz" bewusst vom deutschen Verständnis a la Aldi & Lidl abheben würde. Anfänglich, so Marcinkevicius, sei versucht worden, deren Konzept detailgetreu zu kopieren. Bei VP Market hätte man jedoch recht schnell den Eindruck gewonnen, damit den Kunden kaum gerecht zu werden. Vielmehr hätten sich die Verbraucher angesichts der für Hard-Discounter typischen Merkmale, wie eingeschränkter Produktvielfalt und einer auf das Notwendigste reduzierten Warenpräsentation, regelrecht "erschrocken" gezeigt und "in die Zeiten der ehemaligen Sowjetunion zurückversetzt" gesehen. Eine umgehende Modifizierung des T-Market-Konzepts war die Folge.

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