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Mit dem Motorrad in den USA defensiv fahren

Dallas (dpa/gms) - Den Film «Easy Rider» im Kopf und eine endlos erscheinende Prärie vor Augen - die USA sind für viele Motorradfans ein Traumziel. Veranstalter bieten organisierte Touren an, andere Urlauber mieten Motorräder vor Ort.

Dallas (dpa/gms) - Den Film «Easy Rider» im Kopf und eine endlos erscheinende Prärie vor Augen - die USA sind für viele Motorradfans ein Traumziel. Veranstalter bieten organisierte Touren an, andere Urlauber mieten Motorräder vor Ort.

Manche bringen ihr Zweirad sogar per Flieger oder Schiff aus Deutschland mit. Doch für das Motorradfahren in den USA gelten eigene Regeln. Der größte Unterschied ist der, dass auf den US-Straßen weniger Motorräder unterwegs sind. Biker werden noch häufiger als in Deutschland übersehen. Motorradfans auf USA-Tour sollten daher einige Tipps beherzigen.

70 Prozent aller Motorradunfälle in den USA ereignen sich an Kreuzungen. Meist nimmt dabei ein Auto oder Truck dem Zweirad die Vorfahrt. Daher raten Experten des US-Verkehrsministeriums in Washington, an Kreuzungen immer so fahren, als sei man unsichtbar für alle anderen. Die Biker sollten vollkommen defensiv handeln und immer bereit sein, blitzschnell zu reagieren. Dies gilt auch an den vielen Millionen Kreuzungen, die von vier Stoppschildern geregelt werden: Hier gilt nicht die Regel «rechts vor links», sondern «Wer zuerst kommt, fährt zuerst». Auch beim Fahrstreifenwechsel auf den mehrspurigen US-Highways werden Biker regelmäßig «übersehen».

Eine weitere Eigenart sind Ölspuren in der Mitte von Fahrbahnen. In den USA fahren viele Autos und Trucks mit großvolumigen Motoren sowie viele Alt- und Uraltfahrzeuge, die allesamt Öl auf den Straßen lassen. Die dunkle Spur in der Mitte der Fahrstreifen kann für Zweiradfahrer besonders an Kreuzungen, beim Beschleunigen und beim Bremsen lebensgefährlich werden. «Der Biker fährt am besten etwas links von der Mitte einer Fahrspur», empfiehlt Sergeant Johnnie Harris von der Polizei in Dallas. «Dann vermeidet er das Öl, und zudem müssen Autos dann beim Überholen klar nach links auf die andere Spur wechseln und können das Motorrad nicht schneiden».

Auch Augenkontakt mit anderen Verkehrsteilnehmern ist wichtig, rät Harris. Motorradfahrer können mit bunter oder reflektierender Kleidung und mit einem stets eingeschalteten Scheinwerfer auf sich aufmerksam machen. Zudem sollten sie sich in jedem US-Staat über die dortigen Regeln wie Höchstgeschwindigkeiten informieren - es gibt da große Unterschiede. Gemieden werden sollte das «Tail-gating», das beliebte Fahren dicht im Windschatten großer Trucks. Es spart zwar Benzin, endet aber oft tödlich. 75 Prozent aller US-Motorradunfälle ereignen sich tagsüber auf gerader Straße und bei gutem Wetter.

Angesichts der Verbrechensrate in den USA und aus reinen Vernunftgründen empfiehlt es sich zudem, nicht allein, sondern in Gruppen zu fahren. Und auch wenn vielerorts in den USA weiter das Fahren ohne Helm erlaubt ist, bleibt es natürlich lebensgefährlich.

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