Mit dem richtigen Fonds-Mix kann sich der Anleger wieder an die Börse herantasten.
Ein Balanceakt

Die Amerikaner nennen es einen "Double Whammy" - zu Deutsch etwa "doppelter Hammer": Nicht genug damit, dass die meisten Aktienfonds in den vergangenen zwölf Monaten ihren Besitzern satte Verluste bescherten. Ausgerechnet in dieser Situation erhöhen viele deutsche Anlagegesellschaften die laufenden Verwaltungsgebühren für ihre Produkte - etwa die jährliche Managementvergütung.

Nicht nur bei Anlegern, auch bei professionellen Marktbeobachtern stößt das Vorgehen auf Kritik. Von einem "falschen Zeichen" spricht beispielsweise Iris Albrecht von der PEH Fonds AG. -Kapital Und Kai Wicking von der Analysefirma Morningstar stellt mit Recht die Frage, ob die Fondsmanager nach der desolaten Vorstellung ihre erhöhte Vergütung überhaupt wert sind. "Eigentlich müssten die Gesellschaften den Anlegern wegen der schlechten Wertentwicklung einen Rabatt einräumen", sagt er.

Wickings Job ist es, im schier unübersehbaren Fondsuniversum die Rechten von den Schlechten zu trennen. Dazu prüft er die Wertentwicklung und das Management auf Herz und Nieren und vergibt Noten. Solche Ratings werden bei der Fonds-Auswahl immer wichtiger, denn schließlich will der Anleger für sein Geld auch eine gute Leistung einkaufen.

Auch wenn die derzeitige Preisrunde viele Fondsanleger verärgert, sollte man nicht vergessen, dass sich Investmentfonds für einen behutsamen und kontinuierlichen Einstieg an der Börse immer noch am besten eignen - vor allem am Aktienmarkt.

Denn im Gegensatz zur Auswahl von Einzelwerten bieten sie durch eine breite Streuung eine gewisse Garantie dafür, dass der Anleger bei einem neuen Kursaufschwung auch dabei ist, anstatt mit abgestürzten Werten vielleicht den Anschluss zu verpassen. Wer einen Anlagehorizont von fünf Jahren hat und sich eine normale Risikoneigung zuschreibt, der kann jetzt getrost damit beginnen, den Anteil von Aktienfonds im eigenen Depot zu erhöhen. Allerdings sollte er dabei darauf achten, dass fest verzinsliche Papiere und Aktien in einem ausgewogenen Verhältnis stehen, denn "so verlockend auch die niedrigen Aktienkurse derzeit sind, als Investor sollte man den Rentenanteil nicht vernachlässigen", meint Geschäftsführer Günter T. Schlösser von der Portfolio Concept GmbH. Dabei rät Schlösser bei den Dividendenpapieren vor allem zu solchen Fonds, deren Manager nach unterbewerteten Aktien Ausschau halten - wie beispielsweise John Bennett beim GAM Star Europe. Für die regionale Streuung empfiehlt Schlösser jeweils 45 Prozent Euroland und USA, der Rest könne auf global ausgerichtete Fonds und Fernost entfallen. "Japan halten wir durchaus für zukunftsträchtig, mehr als sechs oder sieben Prozent eines Fonds-Portefeuilles sollten es aber nicht sein", rät Schlösser.

Die Fürst Fugger Privatbank bietet im Rahmen ihrer fondsgestützten Vermögensverwaltung an, dass der Anleger seine Mittel in einem "Fonds für Geldmarktfonds" parkt und dann über monatliche Einzahlungen schrittweise in den Aktien- und Rentenmarkt umsteigt. "Jetzt in vollem Lauf in Aktien zu gehen, empfehlen wir nicht. Stattdessen sollte dies schrittweise über ein Jahr gestreckt geschehen", sagt Hanns Dendorfer, Leiter des Portfoliomanagements.

Wer aus der Liquidität beispielsweise in das Depot "Performance" einsteigt, der bekommt zur Hälfte Aktienfonds - darunter den Gartmore Continental Europe und den Metzler Wachstum International - und zu 40 Prozent Rentenfonds wie etwa den ABN Amro Global Bond Fund. Der zehnprozentige Immobilienanteil wird über den CS Euroreal abgedeckt.

Generell könne ein Anleger bei reinen Aktienfondsdepots mittel- bis langfristig Renditen von circa zehn Prozent erwarten, rechnet Dendorfer vor. Bei gemischten Fonds seien es acht Prozent und bei Fondsdepots mit 80 Prozent Rentenanteil und 20 Prozent Aktien vielleicht sechs Prozent. Dabei sei es beim Rentenanteil eines Fondsdepots jetzt wichtig, überwiegend in Fonds anzulegen, die in Anleihen mit kurzen und mittleren Laufzeiten investieren, erklärt Michael Friebe von FondsConsult Asset Management (siehe Grafik). Weltweit steigende Staatsdefizite dürften zu steigenden Zinsen führen, weshalb bei langen Laufzeiten kein attraktives Kurspotenzial zu erkennen sei, meint Friebe.

Bei der Auswahl der Fonds achten die Profis darauf, dass die Performance nicht mit einem zu hohen Risiko erkauft wird. Außerdem nehmen sie die Qualität des Fondsmanagements unter die Lupe, denn am Ende macht der Mensch die Rendite.

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