Mit den kleinen Fehlern von Microsoft kann man leben
Nordinvest sieht Linux-Aktien weiter skeptisch

dpa-afx FRANKFURT. Die Aktien des Software-Herstellers VA Linux-Systems werden nach ihrem sensationellen Börsenstart Ende des vergangenen Jahres von Jürgen Ruther, Portfolio-Manager der Nordinvest, nach wie vor skeptisch betrachtet. Die Aktien waren kurz nach der Börseneinführung eingebrochen und entwickelten sich seitdem schwach. Die Geschäftsidee zeige zwar Phantasie, aber da das Produkt über das Internet für jedermann frei zugänglich ist, sei die Ertragslage des Unternehmens fraglich.

Programmierer, die generell eine Abneigung gegen Windows-Produkte hegen, greifen Linux bereitwillig auf. Mit ihrer irrationalen Einstellung haben sie laut Ruther eine Linux-Euphorie erzeugt, die sich auf dem Aktienmarkt nicht gehalten habe. "Linux stellt auf dem Gebiet der Netzwerkbetreibung durchaus eine gewisse Konkurrenz zu Windows dar", sagte Ruther weiter. Unter dem Gesichtspunkt der Datensicherheit schneide Linux gut ab, während Windows-NT auf diesem Gebiet Lücken aufweise. Auch der Kern des Betriebssystems sei stabil. Allerdings könnte der größte Teil der Privatnutzer mit den kleinen Fehlern von Microsoft leben. Windows-Produkte seien besser auf den Hausgebrauch zugeschnitten. Privatkunden könnten sie als komplette Ausrüstung im Geschäft erwerben.

Linux-Produkte seien hingegen wenig populär und könnten nur über wenige Betriebswege gekauft werden. Zum Beispiel Red Hat Inc. bietet die Linux-Varianten auf dem breiten Markt an. Allerdings zögen gerade Computer-Laien das Rundum-Angebot von Microsoft vor. Linux biete sich daher eher für PC-Spezialisten und gewerbliche Nutzer an. Diese laden sich allerdings nach Angaben von Ruther die Software überwiegend kostenlos aus dem Internet herunter und stellen damit keine Einnahmequelle für Linux-Distributoren dar.

Auf dem Markt für Privatnutzer werde Linux klein bleiben, da die Einnahmen aus den Verkäufen nicht ausreichten, um die Unternehmen dieser Branche aus ihrer aktuellen Position zu reißen. Der Vorteil von VA Linux und anderen jungen Software-Unternehmen ist nach Ansicht von Ruther der geringe Personalaufwand. Allerdings hätten sich einige diese Unternehmen unter anderem mit hohen Werbeausgaben verkalkuliert. Im Augenblick finde auf dem New-Economy-Markt ein Ausleseprozess statt. Und man dürfe nicht vergessen, dass VA Linux seine Produkte auf einer Marktnische vertreibe. Die Weiterentwicklung der Aktienkurse von Linux-Distributoren hänge von den Qualitäten des jeweiligen Managements ab.

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