Mit der X-Box betritt der weltgrößte Softwarehersteller Neuland
Microsofts X-Box deutlich teurer als Konkurrenzangebote

Mit einem Preis von 479 Euro will die Microsoft Corp. am 14. März 2002 seine Spielekonsole X-Box in Europa starten. Dies teilte Sandy Duncan, europäischer X-Box-Chef von Microsoft, in Cannes mit. Damit ist die Europabox nicht nur teurer als die US-Version (299 $ plus Steuern), sondern vor allem teurer als die Playstation 2 (PS 2) des Marktführers Sony. Der hatte erst kürzlich massive Preissenkungen vorgenommen, um den schleppenden Verkauf seiner Konsole in Europa anzukurbeln. In Deutschland kostet die PS 2 jetzt 599 DM.

CANNES. Denn die Zeiten langer Schlangen vor den Computerläden sind - wie zum Start der Playstatuion 2 (PS 2) - vorbei. Analyst Steve Koenig vom Marktforschungsinstitut NPD Group aus Virginia erwartet für den rund 6,5 Mrd. $ schweren US-Videospielemarkt für 2001 bestenfalls eine konstante bis leicht positive Entwicklung. In den USA startet die X-Box am 15. November. Konkurrent Nintendo will seinen neuen Gamecube im November in den USA für 199 $ einführen. Microsoft rechtfertigt den hohen Preis mit den größeren Möglichkeiten, die die X-Box gegenüber der Konkurrenz bieten soll. Europachef Duncan zeigt sich zuversichtlich, bis zu 1,5 Mill. Konsolen in drei Monaten absetzen zu können.Mit dem Verkaufsstart sollen 18 Spiele zur Verfügung stehen.

Für Microsoft selber könnte die Hochpreisstrategie aufgehen. In den ersten Monaten - also hier im umsatzschwachen Frühjahr - kaufen die "Hardcore-Gamer", also die Kerntruppe der Videospieler, die Geräte praktisch zu jedem Preis. Außerdem sind die verfügbaren Mengen sowieso noch beschränkt, da die Serienproduktion erst im Oktober angelaufen ist.

Fatal könnte sich die Strategie indes für unabhängige Softwarefirmen auswirken, die sich schon zum Marktstart auf die X-Box konzentriert haben. Ohnehin befinden sich die Preise im Sinkflug. Der Branchenverband VUD meldete im Konsolenbereich für das erste Halbjahr 2001 einen Umsatzrückgang um 13,4 % auf 522 Mill. DM bei steigenden Stückzahlen. Der Durchschnittspreis liegt nur noch bei 62,17 DM. Wegen zu geringer Margen soll der Warenhauskonzern Karstadt nach Informationen des Branchenmagazins MCV bereits auf den Verkauf der "Harry Potter"-Spiele (Lizenz: Electronic Arts) verzichten wollen. Analyst Koenig: "Wenn das Weihnachtsgeschäft wirklich schlecht läuft, gibt es 2002 eine Konsolidierungswelle bei den Softwarefirmen."

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