Mit Englands Ausscheiden schwindet auch Angst vor Fan-Krawallen
Portugal außer Rand und Band

Nach dem Sieg im dramatischen Viertefinal-Krimi gegen England machten die portugiesischen Fußball-Fans im ganzen Land die Nacht zum Tag. Der Freudentaumel nach dem gewonnenen Elfmeterdrama bei der Fußball-EM wollte kein Ende nehmen.

HB LISSABON. Es geht auf 3 Uhr morgens zu, aber in Lissabon sind mehr Menschen unterwegs als im schlimmsten Berufsverkehr. Sie ziehen jubelnd über die Prachtallee "Avenida da Liberdade", schwenken grünrote Fahnen und singen "Portugal olé". Die Autofahrer stimmten endlose Hupkonzerte an, Fußgänger schlugen mit Topfdeckeln, Rasseln und allem, was Lärm macht.

Die englischen Fans schienen sich in Luft aufgelöst zu haben. Im Estádio da Luz waren sie unter den 65 000 Zuschauern noch in der Mehrzahl gewesen. Aber als Torwart Ricardo den entscheidenden Elfmeter für Portugal verwandelte, zogen sie mit hängenden Köpfen aus der Arena. Manche hatten Tränen in den Augen, andere ertränkten ihre Trauer im Bier. Keiner von ihnen verspürte Lust auf Randale.

So verlief alles - trotz der Dramatik und der aufgeheizten Atmosphäre - friedlich. Nur am Rossio-Platz im Herzen Lissabons, den die englischen Fans seit Beginn der EM zu ihrem Treffpunkt auserkoren hatten, kam es zu Spannungen. Als eine Gruppe von Portugiesen eine englische Fahne vom Brunnen abnehmen und ihre eigene hissen wollte, drohte Ärger. Die Polizei bildete einen Sicherheitskordon. Aber wenig später löste sich der Streit in Wohlgefallen auf, und die Engländer verdrückten sich.

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