Mit Hilfe von Preissenkungen
Ryanair will in drei Jahren Lufthansa überholen

Der irische Billigflieger Ryanair will in drei Jahren die Deutsche Lufthansa und British Airways überholen und damit zur größten europäischen Fluggesellschaft aufsteigen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2002/03 steigerte die Airline entgegen dem Branchentrend Gewinn- und Umsatz kräftig.

and/rtr DUBLIN. Mit Hilfe von weiteren Preissenkungen wolle Ryanair im laufenden Geschäftsjahr die Passagierzahl auf 24 Mill. von rund 16 Mill. 2002/2003 steigern und damit die Position von Air France als drittgrößte ?päische Fluggesellschaft streitig machen, kündigte Ryanair-Chef Michael O'Leary am Dienstag in einem Interview in Dublin an. Er sei zuversichtlich, in drei Jahren eine Passagierzahl von mehr als 30 Mill. zu erreichen und damit die größten europäischen Fluggesellschaften Lufthansa und British Airways zu überflügeln, fügte O'Leary hinzu.

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair will ihr Geschäft in Deutschland weiter ausbauen. In den nächsten drei Jahren seien zwei weitere Drehkreuze mit Flügen zu mehreren Zielorten neben dem Flughafen Hahn im Hunsrück geplant, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Wie Ryanair-Chef Michael O'Leary in London dem "Handelsblatt" sagte, kommen dafür Berlin, Hamburg-Lübeck oder Friedrichshafen bei München in Frage. Er halte auch nach dem Verkauf der Deutschen BA an seinem Plan fest, in einigen Jahren innerdeutsche Verbindungen anzubieten.

Ryanair habe nicht um Deutsche BA geboten, sagte O'Leary. Die irische Airline hatte Anfang des Jahres überraschend die KLM-Tochter Buzz übernommen. British Airways hatte die verlustreiche Tochter Deutsche BA gestern für den symbolischen Preis von einem Euro an den Nürnberger Textilunternehmer Wöhrl verkauft.

Den durchschnittlichen Flugticketpreis senkte Ryanair nach eigenen Angaben im Geschäftsjahr 2002/2003 um sechs Prozent auf 47 ?. In diesem Sommer wolle der ?päische Billigflieger etwa eine Million Flugtickets zu Preisen zwischen 19,99 Pfund (28,5 ?) und 29,99 Pfund (42,8 ?) verkaufen.

Die Preissenkungen und der starke Euro würden in diesem Jahr die Gewinnspanne von Ryanair verringern, die 2002/2003 bei 28 Prozent gelegen habe, sagte O'Leary. Die Gesellschaft profitiere allerdings auch von der Abschwächung des Dollar gegenüber dem ?, da die Kraftstoffpreise in Dollar bezahlt würden. Außerdem seien mehrere Flugzeuge von Boeing bei einem niedrigeren Dollarkurs gekauft worden.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr zum 31. März 2003 wies Ryanair einen Anstieg des Reingewinns um 59 Prozent auf 239,4 Mill. ? aus. Analysten hatten den Gewinn mit 235 Mill. ? vorausgesagt. Der Umsatz habe sich um 35 Prozent auf 843 Mill. ? erhöht, teilte das Unternehmen weiter mit. Der Sitzladefaktor, ein Indikator für die Auslastung von Flugzeugen, sei 2002/03 um vier Prozentpunkte auf 85 Prozent gestiegen.

Der Kurs der Ryanair-Aktie fiel am Dienstag an der Londoner Börse in einem schwächeren Marktumfeld um knapp zehn Prozent auf 400 Pence. Den starken Kursrückgang führten Händler auf die Ankündigung von Preissenkungen zurück, die die Gewinnspanne des Unternehmens verringern würden.

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