Mit Limits das Depot absichern
Kampf den Kursverlusten

Wie gewonnen so zerronnen? Das muss nicht sein. Mit Stop-Loss-Limits können sich Anleger gegen Einbrüche im Depot schützen. Doch die Orderzusätze haben ihre Tücken.

Gut gelaufen: Wer die Empfehlungen im "Investor" von Ende Januar befolgte und sich bis dato wenig beliebte Aktien aus dem Dax ins Depot legte, kann sich heute über eine schöne Performance freuen. So stiegen MAN um acht, Commerzbank - und BASF-Titel um fünf Prozent. Doch langsam schmilzen die Kursgewinne schon wieder zusammen, Experten rechnen mit weiteren Rückschlägen. Auf der anderen Seite kommt die Konjunktur nun endlich wieder in Fahrt. Wer die Papiere jetzt verkauft, verzichtet möglicherweise auf weitere Gewinne. Was also sollen Anleger tun?

Recht beliebt in so einer Situation sind Stop-Loss-Limits. Dabei gibt der Investor seiner jeweiligen Bank den Auftrag, eine Aktie sofort zu verkaufen, wenn sie ein bestimmtes Limit unterschreitet. Passiert das nicht, bleibt die Aktie im Depot. Fallen die Kurse, sind die Verluste begrenzt. Aber Achtung: Bei Erreichen des Stop-Kurses wird lediglich ein Verkaufsauftrag losgeschickt. Zu welchem Kurs dieser Auftrag ausgeführt wird, ist hingegen ungewiss.

Ein Beispiel: Eine Aktie steht aktuell bei etwa 20 Euro. Der Anleger setzt ein Stop-Loss-Limit bei 17,12 Euro. Sinkt das Papier auf dieses Niveau, wird die Order an die Börse gegeben. Abgerechnet wird sie aber zu 16,78 Euro, da erst zu diesem Preis ein Käufer für die Aktien gefunden wurde. "Anleger sollten das Stop-Loss-Limit nicht mit einem garantierten Preis verwechseln", sagt Thomas Aberle, Händler an der Stuttgarter Börse. Besonders bei recht wenig gehandelten Titeln kann es sein, dass die Aktie ein ganzes Stück absackt, bevor ein neuer Kurs gestellt wird. Ein Tipp: Anleger sollten sich zunächst darüber klar werden, bei welchem Kurs sie aussteigen wollen und dann den Stop-Loss darüber setzen.

Ein Tipp: Krumme Kursmarken beim Limit einsetzen

Experten empfehlen dabei, möglichst ein Limit bei einer "krummen" Kursmarke zu wählen. Hintergrund: Erreicht der Kurs eine runde Marke - wie 17 Euro -, werden meist sehr viele Verkaufsaufträge ausgelöst. Da ein großes Angebot auf gleich bleibende Nachfrage trifft, sackt der Kurs dann häufig durch. Wer aber sein Limit bei 17,12 gesetzt hat, verkauft eventuell vor der Masse und erzielt einen besseren Preis.

Immer wieder kommt es jedoch vor, dass Anleger die Stop-Kurse zu eng setzen. Gerade bei sehr volatilen Wachstumsaktien kann es dann sein, dass bei einem kurzfristigen Kursausschlag ein Limit ausgelöst wird, das Papier sich aber danach erholt - allerdings dann ohne den Anleger, der auf einem Tagestiefstkurs verkauft hat und dafür auch noch Gebühren zahlen muss. Experten raten bei volatilen Wachstumswerten zu einem Stop-Loss, der rund 20 Prozent unter dem aktuellen Kurs liegt. Bei Standardwerten kann die Grenze natürlich enger gezogen werden.

Doch auch wenn es so einiges bei Limits zu beachten gilt: Orderzusätze werden bei den Kunden immer beliebter. "Durch die lang anhaltende Baisse sind die Anleger vorsichtig geworden", sagt Mario Jessen von der Comdirect. Etwa 75 Prozent der Aufträge an den Onlinebroker sind mittlerweile mit einem Limitzusatz versehen. Andere Banken berichten über ähnlich hohe Quoten.

Vor dem Limit die Kosten prüfen

Bevor Anleger allerdings Limits erteilen, sollten sie sich eingehend über die Kosten informieren. Denn die sind von Bank zu Bank sehr unterschiedlich. Während Institute wie die DB 24 kein Geld für eine unbegrenzt gültige Order berechnen, verlangt etwa die Stadtsparkasse Köln stolze 5,11 Euro für einen auf 90 Tage begrenzten Orderzusatz. Bei einer Änderung des Limits sind wieder 5,11 fällig. Wer viele kleine Depotpositionen hier absichern will, tappt schnell in die Gebührenfalle.

Neben dem Stop-Loss-Limit gibt es bei den meisten Banken auch noch andere Limitvarianten, die Anleger beim Einsatz keinesfalls verwechseln sollten. Wer etwa eine Verkaufsorder mit einem "normalen" Limit versieht, wartet nicht auf das Unterschreiten einer bestimmten Marke, sondern verkauft sofort - sofern allerdings das gesetzte Limit noch nicht unterschritten wurde. Investoren wollen hier also mindestens den Limitpreis erzielen.

Bei Kaufaufträgen sorgt ein Stop-Buy-Limit dafür, dass erst gekauft wird, sobald der Kurs die Limitmarke erreicht hat. Diese Methode wenden Anleger an, um von einem Aufwärtstrend zu profitieren. Eigentlich müsste dieses Limit "Start-Buy" heißen. Wer hingegen seinen Kaufauftrag mit einem normalen Limit versieht, greift nur dann zu, wenn die Aktie das Limit noch nicht erreicht hat. Er sichert sich also davor, eine Aktie zu teuer einzukaufen. Besonders beim Handel über das elektronische Börsensystem Xetra ist das wichtig. Bei unlimitierten Aufträgen kann es sonst sein, dass der Computer das teuerste Angebot für den Käufer auswählt.

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