Mit mobiler Kommunikation zum Supranet
Neue Wege aufzeigen

Mobile Kommunikation ist ein weltweites Phänomen. Daraus ergeben sich dramatische Veränderungen, auf die kaum ein Unternehmen vorbereitet ist.

HB DÜSSELDORF. Mobile Technologien sind der zentrale Faktor für den steigenden Bedarf an multimedialer Kommunikation über unterschiedliche Endgeräte und Übertragungswege hinweg. Denn sie besitzen die nötige wirtschaftliche Bedeutung, dass die bereits seit langer Zeit prognostizierte Konvergenz der Medien Wirklichkeit wird. Das Ergebnis ist nach Einschätzung der Gartner Group eine neue Netz-Generation: Sie verbindet jegliche Art von drahtloser und drahtgebundener Übermittlung von Sprache und Daten sowie Fernseh- und Radioübertragungen via Satellit, Funk oder Kabel.

Mobile Supranetze entstehen

Ein Supranet entsteht, das die reale Welt mit der digitalen verknüpft. Vier grundlegende Phänomene sind für diese Entwicklung verantwortlich: Auf Grund des Preisverfalls intelligenter Mikrochips werden künftig auch Alltagsgegenstände wie Waschmaschinen damit ausgestattet und in eine vernetzte Steuerung und Kommunikation eingebunden. Zum Zweiten wird die nächste Generation drahtloser Netze jederzeit und ortsunabhängig Internetzugänge gewährleisten. Das dritte Phänomen ist die Entwicklung von Schnittstellen, deren Einsatz die physikalische mit der digitalen Welt verknüpft. Beispiele hierfür sind zum Beispiel Barcode-Scanner in mobilen Endgeräten. Zuletzt werden Applikationen zur Verfügung stehen, die durchgängig über unterschiedliche Übertragungswege und Endgeräte hinweg Sprach- und Datenkommunikation ermöglichen.

Die Unternehmen sind unvorbereitet

Unternehmen sind auf diese dynamische Entwicklung nicht vorbereitet, meint Nigel Deighton, IT-Experte der Gartner Group. Den wenigsten sind die komplexen Anforderungen einer mobilen Kommunikationswelt bewusst. Gleichzeitig stehen Unternehmen vor der Herausforderung, tragfähige Geschäftsmodelle unter Berücksichtigung verfügbarer Technologien und zukünftiger Trends zu entwickeln. Dies bedingt individuelle Managementstrategien, die interne Bedürfnisse berücksichtigen, die Anforderungen der Partner und Kunden sowie die Wettbewerbssituation innerhalb der eigenen Branche.

Die Einbindung mobiler und letztlich multimedialer Kommunikation in das eigene Geschäftsmodell gelingt nur dem mit Erfolg, so Deighton, der die Triebkräfte in diesem Markt erkennt und für sich nutzen kann: Unternehmen kommen nicht umhin, mit neuen Typen von mobilen Anwendungen Kosten zu reduzieren, Kundenbedürfnisse jederzeit und ortsunabhängig zu erfüllen und Lücken in der Versorgungskette zu schließen. Bis 2004 besitzen mehr als 65 Prozent aller Europäer datenfähige Handys. Unternehmen sind deshalb gezwungen, nicht nur den Einfluss mobiler Kommunikation auf ihr Geschäftsfeld zu analysieren. Wichtig ist, die für sie relevanten Anwendungen zu identifizieren und auch umzusetzen.

Unterschiedliche Strategien sind gefordert

Im Prinzip gibt es drei Gründe, Investitionen in mobile Applikationen zu investieren. Von zentraler Bedeutung ist, dass jede Variante unterschiedliche Strategien des Unternehmensmanagements erfordert. Bieten mobile Anwendungen Möglichkeiten für zusätzliche, neue Umsätze, dann sind Entscheidungen weniger von den Kosten, als vielmehr durch schnelle Präsenz der Anwendungen am Markt geprägt. Die Applikationen sind taktischer Natur und verändern sich je nach den aktuellen wirtschaftlichen oder technischen Entwicklungen. In anderen Fällen bleibt Unternehmen nichts anderes übrig, als in mobile Dienste für ihre Kunden zu investieren. Der Grund: Die Konkurrenz entpuppt sich als Vorreiter, setzt bereits erfolgreich solche Anwendungen ein und dominiert damit im Verdrängungswettbewerb. Hier gilt es, schnell mit eigenen Angeboten zu reagieren, dabei aber die Kosten nicht aus den Augen zu verlieren.

Einsparpotenziale ausschöpfen

Einsparpotenziale ausschöpfen gehört zu den häufigsten Gründen für Investitionen. Besonders für Angestellte und Arbeiter im Außendienst sind mobile Anwendungen bereits heute wirtschaftlich. In diesen Fällen sollten Unternehmen konventionell vorgehen und in Pilotprojekten prüfen, inwieweit sich Mobiltechnik rentabel in bestehende Anwendungen und IT-Architekturen einbinden lässt. Neuland betreten Unternehmen auch mit den Sicherheitsanforderungen im Umgang mit mobilen Technologien innerhalb ihrer eigenen Organisation. Mehr und mehr Mitarbeiter besitzen Personal Digital Assistants (PDA), Handys und Notebooks, die den Zugang zum Internet sowie zu Intranets und Unternehmensdaten ermöglichen. Die Menge und Unterschiedlichkeit der Endgeräte birgt für Unternehmen die Gefahr des Kontrollverlusts bezüglich der Unternehmenssicherheit und der Einhaltung bestehender Gesetze zum Datenschutz.

Unterstützung durch Mobilfunknetzbetreiber ist gefragt

Bislang fanden Unternehmen wenig Unterstützung durch Mobilfunknetzbetreiber bei der Implementierung mobiler Kommunikationslösungen. Dies wird sich künftig ändern. Denn der Bedarf seitens der Unternehmen ist angesichts der komplexen technischen Herausforderungen groß. Und da Netzbetreiber auf Grund der hohen Ausgaben für UMTS-Lizenzen mit finanziellen Problemen kämpfen, sind sie laut Gartner gut beraten, hier den Unternehmen mit neuen Services und Applikationen unter die Arme zu greifen und daraus zusätzliche Umsatzquellen zu schaffen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%