Mit neuem E-Klasse-Modell und CLK Coupe Position ausbauen
Daimler-Chrysler für 2002 weiter vorsichtig optimistisch

Deutschlands größter Industriekonzern Daimler-Chrysler will fürs Erste bei seiner zurückhaltenden Prognose für das laufende Geschäftsjahr bleiben.

rtr FRANKFURT. Solange es zu keiner weiteren "politischen oder wirtschaftliche Eruption" komme, gehe er von einer "recht positiven Perspektive" für die kommenden Monate aus, sagte Finanzvorstand Manfred Gentz am Dienstag in Frankfurt.

Gentz erläuterte auf einer Investorenveranstaltung die zurückliegende Entwicklung seines Konzerns und die verschiedenen Restrukturierungsmaßnahmen für zuletzt schwache Unternehmenssparten. Dabei liege Daimler-Chrysler jeweils voll im Plan und teilweise sogar über den bisherigen Erwartungen.

In Europa sieht Gentz gegen den allgemeinen Trends einen Ausbau der Marktanteile der Flaggschiffmarke Mercedes/Smart, und in den USA entwickele sich der Restrukturierungsfall Chrysler bisher besser als erwartet. Der zusehends steigende Eurokurs zum Dollar, der die Exporte verteuert, habe zumindest kurzfristig keine negativen Auswirkungen auf die Geschäfte Daimler-Chryslers. Daimler-Chrysler erzielt mehr als 80 % seines Umsatzes außerhalb Deutschlands. Daimler-Chrysler hatte im vergangen Jahr vor allem infolge von Milliardenverlusten in den USA einen Gewinneinbruch verbucht und war unter dem Strich sogar in die roten Zahlen gerutscht. Die Gewinnprognose für dieses Jahr wurde daraufhin auf deutlich mehr als 2,6 Mrd. ? rundweg halbiert. Neben Chrysler lasteten auch der US-Lkw-Hersteller Freightliner sowie die Beteiligung an Mitsubishi Motors auf dem Konzerngewinn.

Mittlerweile alle Hebel auf Wachstum gestellt

Daimler-Chrysler hat nach Darstellung von Gentz mittlerweile alle Sanierungsfälle des Konzerns voll im Griff und sieht die "Problemkinder" Chrysler, Mitsubishi sowie Nutzfahrzeuge wieder im Aufwärtstrend. Vorbehaltlich konstanter politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen sei er daher weiter gedämpft optimistisch für die Konzernentwicklung in diesem Jahr, sagte der Finanzchef.

Die im vergangenen Jahr noch tiefrote Zahlen schreibende US-Tochter Chrysler weise Ergebnisverbesserungen über Plan auf, sagte Gentz. "Ich glaube, dass wir mehr als den Break-Even erreichen und dies nicht nur ganz leicht über der Null-Linie." Allerdings habe er die Befürchtung, das der US-Automarkt vor neuen Preiskämpfen stehe, die stark auf den Gewinnmargen lasten.

Auch die Nutzfahrzeugsparte insgesamt sowie die US-Tochter Freightliner im Speziellen lägen bei der Restrukturierung im Plan. Auf Grund politischer Änderungen bei den US-Abgasnormen werde dort sogar mit einem regelrechten, kleinen Boom gerechnet, der aber wohl nicht von Dauer sein werde. Insgesamt werde der Nutzfahrzeug-Bereich bis Jahresende oder auch etwas früher in die Gewinnzone zurückkehren, sagte Gentz.

Bei der Premiummarke Mercedes setzt DaimlerChrysler vor allem auf das neue Modell der E-Klasse sowie auf das CLK Coupe, die beide eine hohe Nachfrage registrierten. Trotz des bisherigen Absatzrückgangs bei Mercedes/Smart von rund ein Prozent sehe er in Europa aber einen Zuwachs beim Marktanteil für diese Marke. Auch Mitsubishi habe die roten Zahlen verlassen, müsse aber noch weiter an seinen Marktanteilen vor allem in Japan arbeiten.

Euro-Kurs kurzfristig keine Belastung

Gegen den steigenden Euro-Kurs hat sich Daimler-Chrysler nach Worten von Gentz abgesichert, so dass hier zumindest kurzfristig keine Ergebnisbelastungen zu erwarten seien. Auch längerfristig stelle sich Daimler-Chrysler auf Wechselkursschwankungen ein, indem der Konzern hier stets konservativ vorgehe und einen höheren Euro-Kurs unterstelle. Allerdings könnte sich die US-Bilanz verkürzen, da auf Grund des niedriger anzusetzenden Dollarkurses die dortigen Vermögenswerte niedriger ausgewiesen würden. Gelassen äußerte sich Gentz zu dem zwölfprozentigen Anteilspaket der Deutschen Bank, das das Frankfurter Geldhaus über kurz oder lang abstoßen will. Die beiden Firmen stünden hierzu in ständigem Kontakt und er gehe davon aus, dass in absehbarer Zukunft nichts passieren werde, sagte Gentz.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%