Mit neuen Modellvarianten versucht die Autoindustrie, das Geschäft wieder zu beleben
Schöner, stärker, schneller in den Frühling

Zu Beginn eines jeden Jahres strengen sich die Autohersteller besonders an, ihre Modelle mit Frischzellenkuren auf Vordermann zu bringen, um das Frühjahrsgeschäft ankurbeln.

pha DÜSSELDORF. Frühjahrsputz gehört mittlerweile zu den festen Ritualen in der Automobilindustrie. Jeder Hersteller will für die wichtigste Verkaufsperiode des Jahres gerüstet sein. Zumal, wenn die Konjunktur schwach ist und die Kunden bei der Wahl ihrer Autos besonders kritisch zu Werke gehen.

Dass es bei Opel derzeit schlecht läuft, ist ein offenes Geheimnis. Vor allem der Astra hängt ziemlich in den Seilen. Deshalb spendieren die Rüsselsheimer ihrem einstigen Bestseller zum Ende seines Modellzyklus eine sportliche Variante: den Astra OPC. Das Auto aus dem "Opel Performance Center" verfügt über einen 192 PS starken Zweiliter-Turbomotor, der eine Höchstgeschwindigkeit von über 230 km/h ermöglicht. Der Astra OPC, der auch als Caravan anboten wird, ist auf Fahrspaß und sportliche Optik ausgelegt. Der Preis für den Dreitürer wird voraussichtlich bei rund 24 000 Euro liegen.

Was Opel recht ist, ist Mercedes billig. Der A210 heißt das neue Spitzenmodell der kompakten A-Klasse. Sein 2,1-Liter-Vierzylindermotor leistet jetzt 140 PS und beschleunigt den Wagen in 7,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 203 km/h angegeben. Außen trägt der A210 Merkmale der sportlichen AMG-Linie mit tiefer gesetzter Karosserie, breiten Alu-Rädern und Doppelauspuffrohr. Der A210 kostet ab 24 360 Euro.

In diesem sportlichen Reigen darf die Firma Ford nicht fehlen. "Nachdem die Marke ihre Hausaufgaben gemacht hat", so Ford-Sprecher Wolfgang Riecke, "dürfen nun auch wieder Spaßautos in den Vordergrund rücken". Gemeint sind die beiden sportlichen Ableger Focus ST170 (173 PS, 215 km/h) und Mondeo ST220 (V6, 226 PS, 243 km/h), die mit ihrem dynamischen Auftritt das Image aufpolieren sollen. Gleichzeitig knüpfen sie an vergessene Zeiten an, in denen Ford mit bezahlbaren Sportmodellen eine herausragende Rolle spielte. Der schnelle Focus startet ab 24 200 Euro, der dynamische Mondeo ab 32 775 Euro.

Für VW Golf und Bora ist jetzt der neue FSI-Motor mit direkter Benzineinspritzung zu haben. Das 1,6-Liter-Aggregat, das es ab sofort auch im Audi A2 gibt, leistet 110 PS und verbraucht laut VW 6,2 Liter Super auf 100 Kilometer. Damit konsumiert der FSI mehr als 10 % weniger als ein vergleichbarer Motor mit indirekter Einspritzung. Die Preise beginnen bei 16 900 Euro (Golf FSI) bzw. 19 525 Euro (Bora FSI).

Unter den Porsche-Händlern herrscht dank vergleichsweise stabiler Absatzzahlen nach wie vor Zufriedenheit. Dennoch wissen die Strategen im Werk, dass der Boxster als billigster Porsche am ehesten Kunjunkturschwankungen ausgesetzt ist. Eine Auffrischung des seit 1996 gebauten Sportwagens war also ratsam. Ein leichtes "Facelift" (Retuschen an Front und Heck, neu gestalteter, ausfahrbarer Spoiler) sowie mehr Leistung (230 PS für den Boxster und 260 PS für den Boxster-S) sollen den Verkauf wieder ankurbeln.

Ebenfalls überarbeitet wurde der Land Rover Discovery. Er trägt nun die Gesichtszüge des neuen Range Rover für mehr Familienähnlichkeit. Neu sind auch die Rückleuchten, weitere Interieurfarben, zusätzliche Sonderausstattungen sowie bessere Bremsen und Teile der Radaufhängung. Wie bei Porsche bleiben beim Discovery die Preise stabil.

Während die Volvo Baureihen S60 und S80 weiterhin gefragt sind, schwächelt das älteste Modell, der S40. Da aber der kleinste Volvo erst in zwei Jahren erneuert wird, musste er zum Schönheitschirurgen. Den Erfolg zeigen ein schwarzer Wabengrill, chromumrandete Doppelscheinwerfer hinter Klarglas, Seitenleisten in Wagenfarbe, ein verchromter Kofferraumdruckknopf und neue Leichtmetallfelgen. Auch die Preise wurden leicht geliftet. Der S40 kostet ab 19 700 Euro.

Ähnlich wie bei Ford soll bei der VW-Tochter Seat auf Anweisung der obersten Konzernleitung die sportliche Ausprägung geschärft werden. Das Spitzenmodell der gesamten Palette der Spanier heißt nun Léon Cupra R, hat 210 PS, eine aggressivere Optik sowie ein kurvenfreudiges Fahrwerk. Mit annähernd 240 km/h avanciert der Cupra R zum schnellsten Seat aller Zeiten.

Schließlich konnte auch ein anderes Modell aus dem weiten Volkswagen-Konzern den "hartnäckigen Kundenforderungen", wie es Audi-Sprecher Rudolf Schiller formuliert, nicht länger widerstehen. Das "Crossover"-Modell Audi Allroad Quattro, eine Mischung aus Geländewagen, Limousine und Kombi, bislang nur mit Sechszylindermotor und mit hässlicher Kunststoffbeplankung angeboten, gibt es ab sofort auch mit einem 4,2-Liter-V8 (300 PS) und lackierten Kunststoffteilen.

Quelle: Handelsblatt

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