Mit neuen Zeitschriften trotz Krise wachsen
Gruner + Jahr dank Sparmaßnahmen auf Kurs

Europas größter Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr hat die Werbeflaute mit einem Gewinnsprung durchschifft. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (EBITA) lag bei 234 Millionen Euro und damit doppelt so hoch wie im Vorjahr, wie das Unternehmen am Donnerstag in Hamburg mitteilte. Der Umsatz ging durch Verkäufe und das rückläufige Anzeigengeschäft leicht auf 2,8 Milliarden Euro zurück, die Umsatzrendite lag bei 8,3 Prozent.

HB/dpa/rtr HAMBURG. Unterm Strich blieb 2002 ein Jahresüberschuss von 116 Millionen Euro. Die Bertelsmann-Tochter hat ihre Bilanz auf das volle Geschäftsjahr umgestellt und für 2001 pro-forma-Zahlen dargestellt.

Vorstandschef Bernd Kundrun kündigte neue Titel vor allem im Ausland an, das fast zwei Drittel zum Konzernumsatz beisteuert. Neben diesen Investitionen machte der Manager aber auch deutlich, den Konsolidierungskurs im Unternehmen dort fortzusetzen, wo die schwierigen Rahmenbedingungen es erforderten.

Seit 2001 hat Gruner + Jahr die Kostenschraube angezogen, was unter anderem die Einstellung von Magazinen wie "Bizz" oder "Online Today" und den Rückbau des Multimedia-Geschäfts zur Folge hatte. Die Zahl der Mitarbeiter ging im Konzern seit Mitte 2001 um 1579 auf 11 367 zurück.

Gruner + Jahr will trotz der Krise auf dem Medienmarkt vor allem durch den Start neuer Titel wieder wachsen, schließt aber weitere Sparmaßnahmen nicht aus. "Wir werden Neues wagen, aber auch unseren Konsolidierungskurs überall dort im Unternehmen, wo die schwierigen Rahmenbedingungen es erfordern, konsequent fortsetzen", sagte Vorstandschef Bernd Kundrun. Damit solle das Ergebnis zumindest stabilisiert, möglichst aber ausgebaut werden.

Der deutsche Anzeigenmarkt sei im ersten Quartal 2003 allerdings weiter geschrumpft. "Sollte der Negativtrend der ersten drei Monate auf dem deutschen Anzeigenmarkt im Jahresverlauf anhalten, sind weitere Anpassungsmaßnahmen nicht auszuschließen", sagte Kundrun.

Die Umsatzrendite lag 2002 bei 8,3 Prozent. Der Verlag publiziert rund 120 Zeitschriften in 14 Ländern, darunter "Stern", "Geo" und "Gala". Nachdem er im vergangenen Jahr die Zeitschrift "Woman" im deutschen Markt etabliert hatte, plant der Konzern nun einen neuen Frauentitel in den USA und in Frankreich. In Serbien übernimmt Gruner + Jahr die Mehrheit an dem führenden Zeitungsverlag BLIC, wie der Verlag am Donnerstag mitteilte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%