Mit Rückkehrerin van Almsick
Deutsche Schwimmer fahren selbstbewusst zur EM

Kess, kämpferisch und hungrig: Deutschlands Schwimmer wollen bei den Europameisterschaften in Berlin eine neue Rekordflut auslösen.

HB BERLIN. "Wir haben ein halbes Dutzend Titel-Anwärter. Platz eins in Europa geben wir nicht freiwillig ab", sagt Cheftrainer Ralf Beckmann, der die bei Olympia 2000 in Sydney tief abgestürzten Schwimmer bei der WM in Fukuoka wieder auf Erfolgskurs brachte. Franziska van Almsick, Sandra Völker, Hannah Stockbauer und Annika Mehlhorn stehen für deutsche Frauen-Power, dazu die starken Männer Thomas Rupprath und Stev Theloke. Gold sind auch die Staffeln wert. Die Beckmann-Vorgabe: "24 Medaillen - drei Mal acht mit Steigerung bei Gold." "Wichtig ist der erste Start mit der Freistil-Staffel. Auch deswegen, weil damit die Pleite von Sydney eingeleitet wurde", sagt Franziska van Almsick. Statt des erhofften Goldes gab es damals nur Bronze.

Die Langstreckenschwimmerinnen sollen das Team auch ohne die zurückgetretene dreifache Weltmeisterin Peggy Büchse zum Auftakt am Donnerstag über 25 km auf Erfolg programmieren. "Mit Angela Maurer und Britta Kamrau haben wir zwei Frauen, die um Medaillen mitkämpfen werden", sagt Langstreckenkoordinator Christian Bartsch. Die Beckenschwimmer bereiten sich seit Sonntag in Potsdam auf die am kommenden Montag beginnenden 38 Wettbewerbe vor. Und sie sind heiß auf den Wettkampf. "Ich hoffe, dass jetzt der Wettkampfmotor angeworfen wird und wir einen Kaltstart vermeiden", sagt Beckmann, "Spannung brauchen wir, aber sie darf nicht zur Verkrampfung werden." Franziska van Almsick will noch einmal Geschichte schreiben. Über 200 m Freistil jagt sie bei ihrem Comeback auf der internationalen Schwimm-Bühne ihren acht Jahre alten Weltrekord. Sie ist nach eigener Aussage "motiviert wie seit Jahren nicht. Ich kann es kaum erwarten, dass es endlich losgeht. Ich habe mir viel vorgenommen."

Und: "Ich habe mich ein Jahr vorbereitet. Danach geht es endlich in Urlaub." Trainer Norbert Warnatzsch: "Sie hat die Potenzen, über sich hinaus zu wachsen." Selbstbewusst geht auch Sandra Völker in den Wettkampf. Die 28 Jahre alte Weltrekordlerin konzentriert sich auf die Rücken-Strecken, "will über 100 m auf jeden Fall eine Medaille und über 50 m natürlich den Titel". Und Bestzeit. "Das könnte passieren. Aber am letzten Tag könnte auch ein wenig die Luft raus sein." Beckmann: "Sie wirkt sehr konzentriert, sehr entschlossen und objektiv stark. Wenn sie das mit einer Prise Lockerheit mischt, wird sie auch an das herankommen, was sie kann." Thomas Rupprath will in Berlin endlich den Weltrekord des Australiers Michael Klim über 100 m Schmetterling knacken. "7/100 ist nicht viel", sagt der Wuppertaler. Olympiasieger Lars Frölander aus Schweden soll ihn zum Titel und zum Rekord treiben.

Über 50 m Rücken will sich Rupprath mit Europarekordler Stev Theloke (Chemnitz) um den Sieg streiten. "Konkurrenz belebt das Geschäft", so Theloke, "ich denke, dass das noch einmal einen schönen Hammer gibt." Gold traut Beckmann auch Hannah Stockbauer aus Erlangen zu. Die Doppel-Weltmeisterin über 800 und 1500 m Freistil sollte nach bestandenem Abitur trotz eines Infekts stark genug sein. Beckmann: "Über 800 m wird sie sich in jedem Fall vorn behaupten." Mit Fuß- und Schulterverletzung und einem Virus hatte Annika Mehlhorn (Baunatal) zu kämpfen. "Trotzdem sollte eine Medaille über 200 m Schmetterling drin sein", sagt der Cheftrainer. Schwer einzuschätzen ist die Form der Wuppertalerin Antje Buschschulte. "Ich habe keinen blassen Schimmer", sagt sie selbst, "man fährt natürlich hin, um zu gewinnen. Ich gehe da locker ran." Die Wasserspringer wollen nach drei Titeln vor zwei Jahren als "Minimum sechs Medaillen". Springwart Walter Alt und Bundestrainerin Ursula Klinger sehen in allen zehn Disziplinen Chancen auf vordere Plätze.

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