Mit Schumann Tempo für Athen machen
WM als Neuanfang für Grit Breuer

Für Grit Breuer markierte die Leichtathletik-WM in Paris das Ende einer Leidenszeit und einen Neuanfang. "Die Weltmeisterschaft war für mich wichtig für das Gefühl, wieder Lust auf Wettkampf zu haben", sagte die 31-jährige Magdeburgerin nach dem Finale der 4x400-m-Staffel am WM-Schlusstag, "ich habe nun Lust auf das nächste Jahr bekommen und freue mich darauf."

HB/dpa PARIS. Als Schlussläuferin konnte sie für das Quartett, dem noch Claudia Marx, Birgit Rockmeier und Claudia Hoffmann angehörten, noch Boden gut machen und auf Platz vier vorlaufen, aber die Lücke von fast vier Sekunden zu Weltmeister USA, Russland und Jamaika nicht mehr schließen.

"Wunderdinge konnte man von mir nicht erwarten", meinte Grit Breuer, die 1997 bei der WM in Athen mit einem Husarenritt auf der Zielgeraden den Staffel-Titel sicherte. Doch diese Spurtstärke und Dynamik fehlte ihr nach monatelangen Achillessehnenproblemen und einem Muskelfaserriss, den sie sich im Juli bei der deutschen Meisterschaft in Ulm zuzog. Mehr schmerzte sie jedoch, dass sie bei diesem Saisondebüt erstmals Claudia Marx unterlag und durch die indiskutable Zeit von 52,56 Sekunden signalisiert bekam, bei der WM im Einzel chancenlos zu sein. "Die Entscheidung, nur in der Staffel zu laufen, war deshalb richtig", urteilte Grit Breuer.

Die verkorkste Saison ist für die Staffel-Europameisterin nun gelaufen, da sie durch die Verletzung keine Chancen hatte, sich für die Golden League oder das Weltfinale der Leichtathletik Mitte September in Monte Carlo zu qualifizieren. "Für mich ist die Saison beendet. Auf dem Dorf laufe ich nicht, dazu fehlt mir die Motivation", sagte Breuer.

Neuen Anschub verspricht sie sich durch den 800-m-Olympiasieger Nils Schumann, der sich von Bundestrainer Dieter Hermann trennte und nun bei ihrem Coach und Lebensgefährten Thomas Springstein noch einmal die Kurve kriegen will. "Ich erwarte viel von Nils. Ich glaube, dass wir uns viel geben können", hofft sie.

Für beide sind die Olympischen Spiele 2004 in Athen das große Ziel. Der erste Schritt dorthin war das WM-Finale in Paris. Denn mit der Zeit von 3:36,25 Sekunden erfüllten Breuer die Norm für Athen, wo insgesamt nur noch zwölf Staffeln zugelassen sind. "Wir müssen uns alle reinhängen und hart arbeiten, wenn wir in Athen eine Rolle spielen wollen", weiß Grit Breuer, die zehn ihrer 18 Medaillen bei WM, EM und Olympia im Stafettenlauf gewann. Ein Vorteil ist dabei die gelungene Olympia-Qualifikation. "Damit haben wir diesen Druck in der nächsten Saison nicht", meinte die Olympia-Dritte von 1996.

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