Mit seiner Nobelmarke Vertu buhlt Nokia um die Gunst der Superreichen
Juwelen, die verbinden

Das Display ist aus Saphir, die Tasten ruhen auf Lagern aus Rubin: Obwohl das neueste Handy von Vertu ein wenig schwer in der Hand liegt, ist das Luxusteil gefragt. Gerne legt die Kundschaft dafür 3 500 Euro auf den Tisch.

PARIS. Kein Wunder, dass "Ascent", das neuste Handy von Vertu, zunächst ein wenig schwer in der Handfläche liegt. "Aber wenn die Kunden das Gerät erst mal mit den Fingerkuppen ertastet haben, wollen sie es nicht mehr hergeben", sagt Produktmanager Neil Hooper. Die Verkaufsgespräche dauern in der Regel nicht sehr lange, sagt er. An ihrem Ende muss der Kunde aber einen stattlichen Scheck ausschreiben: Ein "Ascent" kostet um die 3 500 Euro.

Dafür sind die Handys von Vertu die unangefochtene Formel 1 der Mobiltelefone - allein schon optisch. Die Lautsprecherausgänge des "As-cent" ähneln den Belüftungslamellen von Formel-1-Motoren. Das Batteriefach klappt auf wie die Motorhaube eines Roadsters. Die Nähte des Lederbezugs erinnern an das Lenkrad eines Sportwagens.

Kein Wunder: Designer Frank Nuovo ist ein Autonarr - in seiner Garage stehen unter anderem ein Porsche Carrera und ein Bentley Baujahr 1952. Mit den Handys von Vertu "werden meine kühnsten Träume wahr", schwärmt Nuovo: "Es ist wie Juwelen herstellen." Seit 14 Jahren entwirft der Amerikaner Nokia-Handys für den Massenmarkt. Lange bettelte der Chefdesigner darum, endlich auch eine Luxusserie zu kreieren zu dürfen. "Dafür haben wir keine Zeit", hörte er immer wieder aus der finnischen Firmenzentrale. 1998 gab der Vorstand nach, vier Jahre später wurde Vertu gegründet. Die Ambition: Mobilfunk-Luxus.

"Luxus ist die Verbindung schlichter Funktionalität mit höchster Qualität", sagt Nuovo. "Und es geht darum, Erfahrungen zu intensivieren, sie sinnlicher zu machen." Was bei BMW die "Freude am Fahren" ist, soll bei Vertu die Begeisterung am mobilen Telefonieren werden.

Die Maxime für seine Handys fasst Nuovo in drei Worte: "Nur das Beste." Dass das Geschäft von Vertu in Paris in der Rue Royale liegt, gleich vor der Madeleine, ist da Ehrensache. Hier heißen die Nachbarn Cerruti, Gucci und Chanel. Die Ausstellungsstücke funkeln den Liebhaber aus Edelholzrahmen an - durch dicke Glasscheiben hindurch. Die Materialien kauft Nuovo in der Luxusuhren- und der Weltraumbranche zusammen. Das Leder kommt von Lieferanten, bei denen auch Porsche und Bentley bestellen. Die Technik ist Made by Nokia.

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