Mit Selbstverpflichtungen will das Gastgewerbe Vertrauen zurückerobern
Messe-Unterkünfte in Düsseldorf und Bayern setzen neuen Standard

Ob Cebit, Buchmesse oder IAA: Kurz vor einer großen Messe wittern die Hoteliers ihre Chance und treiben die Preise in die Höhe. 400 Euro für ein gewöhnliches Standardzimmer sind keine Ausnahme. Doch es ist nicht nur der ärgerlich hohe Preis, der Messegäste und Aussteller vielfach zur Verzweiflung treibt. Häufig ist die einzelne Übernachtung gar nicht buchbar: Entweder für die gesamte Dauer der Messe, so die Ansage aus der Reservierung, oder gar nicht. Und wer kurzfristig absagt, dem droht eine Rechnung über die volle Summe.

DÜSSELDORF. Solcher Eskapaden der örtlichen Hotelszene überdrüssig, drohte die Frankfurter Buchmesse sogar zwischenzeitlich mit der Verlegung ihrer Großveranstaltung. Ein Warnschuss, der offenbar in der Branche insgesamt für Nachdenklichkeit gesorgt hat: Mit dem Ziel eines fairen Miteinanders hat der Messestandort NRW nun als erste Region in Deutschland ein Projekt initiiert, das zu mehr Transparenz zwischen Messe-Aussteller und Hotellerie beitragen soll. Initiatoren des "FairFairs Hotels" getauften Gütesiegels (www.fairfairs.de) sind das Dehoga Gastgewerbe NRW (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) und die Messe Düsseldorf. Immerhin stehen so einträgliche Schauen wie die Drupa, die Herrenmodemesse und die Medica auf dem Spiel.

Es war Zeit zu handeln: "Der Wettbewerb zwischen den deutschen und internationalen Messeplätzen ist härter geworden, und am Beispiel der Frankfurter Buchmesse haben wir sehen können, wie sehr das Umfeld einer Messe zur Standortsicherung beitragen kann", erklärt Werner Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf. Es gehe mit dem Projekt letztlich um eine Belebung des Messemarktes in NRW.

Die Fair-Fairs-Regeln: Bereits ein Jahr im voraus sollen die teilnehmenden Hotels ihren maximalen Zimmerpreis bestimmen, der dann nicht mehr überschritten werden darf. So sind die Hotelpreise faktisch gedeckelt. Werden die angekündigten Maximalpreise nicht eingehalten, kann sich der Aussteller an eine Schlichtungsstelle wenden. "Bei Fair-Fairs geht es nicht um Preisabsprachen, sondern um ein verbindliches Regelwerk", sagt Stefan Leicher, Direktor im Düsseldorfer Lindner Hotel Airport. Auch Klaus Hübenthal, Hauptgeschäftsführer des Dehoga Gastgewerbe NRW zeigt sich zufrieden: "Die Marke bietet den Kunden eine noch nie da gewesene Transparenz."

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