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Mit Sonderkommandos gegen die Truppen der Taliban

Die ersten US-Soldaten haben Medienberichten zufolge bereits afghanischen Boden betreten.

afp BERLIN. Schon im September hatte Washington Elite-Einheiten den Marschbefehl erteilt. Experten sind sich einig, dass die USA den in Afghanistan untergetauchten islamischen Extremisten Osama bin Laden mit einem konventionellen Militäreinsatz kaum ergreifen könnten: In der bergigen und unüberschaubaren Landschaft Afghanistans können Truppen wenig ausrichten, wie das Scheitern der sowjetischen Armee in den 80er Jahren gezeigt hat. Bei einem Angriff zu Lande müssten die Vereinigten Staaten deshalb auf Spezialeinheiten setzen, die für Sonderaufgaben trainiert sind.

In den USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland stehen Elitetruppen bereit, die in Afghanistan eng zusammenarbeiten könnten. Diese Sonderkommandos sind ausgebildet für gezielte Sabotageakte, das Ausspionieren der gegnerischen Stellungen, die Bestimmung von Angriffszielen sowie die Befreiung und Evakuierung von Gefangenen. Häufig landen die Elitesoldaten vor dem Hauptkontingent und halten sich über Tage versteckt, um Informationen zu sammeln und die Ankunft der Bodentruppen vorzubereiten.

In den USA sind tausende Soldaten im Sonderkommando USSOCOM zusammengefasst, das mehrere Einheiten wie das Anti-Terror-Kommando Delta Force, die Marinetruppe SEAL und die Rangers befehligt. Die Luftwaffeneliteeinheit AFSOC verfügt zudem über spezielle Transportmaschinen, die gegen Raketen und Radar geschützt sind.

Die größte Erfahrung mit Sonderaufträgen hat der britische Special Air Service (SAS), der 1941 gegründet wurde. Der SAS beendete 1980 eine Geiselnahme in der iranischen Botschaft in London und wurde regelmäßig gegen die nordirische Untergrundorganisation IRA eingesetzt. In jüngster Zeit waren die SAS-Soldaten vor allem für die Fahndung nach mutmaßlichen Kriegsverbrechern in Bosnien und ihre Festnahmen zuständig. Großbritannien verfügt zudem über das Afrika-Korps, das für Alleingänge in Kriegsgebieten ausgebildet ist, sowie über ein Marine-Sonderkommando.

Auch die 1500 Soldaten der französischen Spezialtruppe COR haben Erfahrung in Einsätzen wie der Evakuierung französischer Staatsbürger aus Afrika und internationalen Einsätzen in Somalia und dem früheren Jugoslawien.

Das 1996 gegründete «Kommando Spezialkräfte» (KSK) der Bundeswehr ist dagegen relativ unerfahren. Eine der Kernaufgaben der tausend Mann starken Truppe ist die Abwehr terroristischer Bedrohungen. Vorbild ist die GSG 9, die Spezialeinsätze für die innere Sicherheit übernimmt. Das KSK war gegründet worden, nachdem 1994 Mitarbeiter der Deutschen Welle in Ruanda festsaßen und von belgischen Soldaten gerettet werden mussten. Im Bosnien-Krieg sowie im Kosovo-Konflikt wurde das Sonderkommando bereits mehrfach eingesetzt, um deutsche Soldaten in schwierigen Situationen zu schützen und um nach Kriegsverbrechern zu fahnden.

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