Mit Sonderkündigungsrecht aus dem Vertrag aussteigen
Handy-Telefonate werden nach Euro-Umstellung teurer

Die Monatsabrechnungen der Mobilfunkgesellschaften werden nach der Umstellung auf den Euro zum Teil deutlich höher ausfallen als bisher. Die Anbieter können unklare EU-Regeln zu Rundungen bei der Währungsumrechnung für versteckte Preiserhöhungen ausnutzen.

ddp-vwd Hannover. Die Monatsabrechnungen der Mobilfunkgesellschaften werden nach der Umstellung auf den Euro zum Teil deutlich höher ausfallen als bisher. Wie das in Hannover erscheinende Branchenmagazin «c´t» in seiner aktuellen Ausgabe (Erscheinungstermin Montag) berichtet, können die Anbieter unklare EU-Regeln zu Rundungen bei der Währungsumrechnung für versteckte Preiserhöhungen ausnutzen

So werde der Netzbetreiber Viag Interkom Rechenwege gebrauchen, bei denen sich die gestatteten Rundungsfehler spürbar summieren, heißt es in der «c´t». Wer ins Genion-Netz der Viag Interkom telefoniere, müsse künftig rund 17 % mehr bezahlen. Der Grund: Viag Interkom stellt seine Tarife auf Minutenbasis um. Derzeit kosten 120 Telefongespräche à drei Minuten bei einem Minutenpreis von fünf Pfennigen derzeit 18 DM oder 9,20 Euro. Rundet Viag Interkom den Euro-Betrag für jede einzelne Minute von 0,256 auf 0,3 Euro auf, stehen auf der Telefonrechnung in der Summe bereits 1,60 Euro mehr.

Zwar gebe es auch den umgekehrten Fall, dass "krumme" Beträge zu Gunsten des Verbrauchers abgerundet werden. Diese fielen jedoch bei Viag Interkom prozentual "ungleich weniger" ins Gewicht, heißt es in dem Bericht. Wer als Viag-Kunde die Umrechnungspolitik des Unternehmens nicht mittragen wolle, könne sich daher mit "guten Chancen" auf sein Sonderkündigungsrecht berufen, rät das Magazin. Das Gesetz besage, dass zum Nachteil des Kunden veränderte Verträge das Recht einer sofortigen Kündigung nach sich ziehen.

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