Mit Spannung wird das Treffen der G7-Finanzminister erwartet
Euro deutlich unter 0,87 $ stabilisiert

Trotz der verbalen Unterstützung durch eine Reihe europäischer Politiker und EZB-Vertreter hat sich keine Veränderung der Euro-Einschätzung ergeben.

Reuters FRANKFURT. Der Euro hat sich am Mittwochmittag auf einem Niveau deutlich unter 0,87 $ stabilisiert. Interventionsgerüchte hatten die Gemeinschaftswährung zwischenzeitlich auf ein Hoch bei 0,8703 $ gebracht. Das französische Finanzministerium dementierte jedoch einen Magazin-Bericht, wonach es eine Intervention zu Gunsten des Euro plane. Der Euro verzeichnete in der Folge einen erneuten Kursrückgang. Nach den Worten des Präsidenten der Landeszentralbank Berlin und Brandenburg, Klaus Dieter Kühbacher ist eine Intervention zugunsten des Euro nur gemeinsam mit den USA sinnvoll.

Im Referenzkursverfahren Öffentlicher Banken wurde für den Euro ein Kurs von 0,8639 $ nach 0,8618 $ am Vortag festgestellt. Der Dollar kostete damit 2,2640 (2,2695) DM. Der Referenzkurs zum Yen wurde mit 92,42 (91,65) Yen ermittelt.

Gegen 13.15 Uhr MESZ notierte der Euro mit 0,8642/43 $. Die US-Währung notierte zur gleichen Zeit gegen die japanische Währung mit 106,90/00 Yen, nach 106,87/95 Yen am Vorabend in New York.



Trotz der verbalen Unterstützung vom Vortag durch eine Reihe europäischer Politiker und EZB-Vertreter einschließlich des Zentralbank-Präsidenten Wim Duisenberg habe sich keine fundamentale Veränderung der Euro-Einschätzung durch die Märkte ergeben, hieß es im Handel.

In Paris sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums auf Anfrage, der Bericht des Magazins "Focus Money" werde "voll dementiert". Frankreich stehe zu den Erklärungen der Finanzminister der Euro-Staaten in Versailles vom Wochenende. Die Minister hatten erklärt, ein starker Euro sei im Interesse der Euro-Zone. "Focus Money" hatte zuvor berichtet, Frankreich plane Interventionen mehrerer Zentralbanken zur Stützung des Euro. Unter Berufung auf französische Regierungskreise hatte das Blatt vorab berichtet, Frankreich strebe zudem einen Euro-Kurs von 90 US-Cent an. Die französische EU-Präsidentschaft habe bereits Verhandlungen mit den USA begonnen.

Kühbacher sagte am Mittwoch im Deutschlandfunk, ein einseitiges Eingreifen seitens der Europäer sei überhaupt nicht möglich. Es gebe immer zwei Seiten der Medaille. Diejenigen, die Dollar hielten, müssten bereit sein, sie auf den Markt zu geben. Umgekehrt brauchten diejenigen, die den Euro stärken wollten, dafür Käufer. Es nutze nichts, dass einerseits die USA an einem starken Dollar interessiert seien und andererseits den Europäern ein starker Euro lieb sei. "Es geht nur mit den Amerikanern gemeinsam", sagte Kühbacher. Vielleicht sei in Prag, wenn sich die internationale Finanzwelt auf dem G-7-Gipfel treffe, Gelegenheit, darüber zu sprechen.

Mit Spannung warteten die Märkte nun auf das Treffen der Finanzminister der Siebenergruppe (G-7) Ende nächster Woche in Prag, sagten Händler. Im Vorfeld der G-7-Beratungen wachse die Nervosität, weil die Akteure nicht ausschlössen, dass die EZB, möglicherweise in Zusammenarbeit mit anderen G-7-Notenbanken, dem Euro mit Interventioenn zu Hilfe kommen könnte.

Gold fiel am Vormittag in London zurück. Beim Fixing wurde für die Feinunze ein Preis von 272,80 nach 274,65 $ am Dienstagnachmittag ermittelt.

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