Mit Tricks muss man nicht rechnen: Zündschlüssel steckt - dennoch Versicherungsschutz

Mit Tricks muss man nicht rechnen
Zündschlüssel steckt - dennoch Versicherungsschutz

Wenn der Zündschlüssel steckt und das Auto gestohlen wird, muss dies nicht automatisch den Verlust des Kasko-Versicherungsschutzes bedeuten. Ein Autofahrer handelt nach einem Urteil des Frankfurter Oberlandesgerichts (OLG) nicht grob fahrlässig, wenn er seinen Wagen verlässt, um einem anderen Autofahrer bei einer Panne zu helfen und er nicht den Eindruck haben musste, es handele sich um einen Trick.

HB/dpa FRANKFURT/M. Das Gericht gab mit seinem in der Zeitschrift "OLG-Report" veröffentlichten Urteil der Zahlungsklage eines Fahrzeughalters gegen dessen Kasko-Versicherung statt. Der Mann hatte abends an einer Autobahnzufahrt angehalten, um einer neben ihrem Wagen stehenden Frau zu helfen. Dabei ließ er den Zündschlüssel stecken.

Während der hilfsbereite Mann den Motorraum des Autos begutachtete, fuhren zwei Unbekannte mit seinem Wagen weg. Auch die angeblich hilfsbedürftige Frau machte sich aus dem Staub. Die Kasko-Versicherung verweigerte eine Schadensregulierung mit dem Hinweis, der Kläger habe grob fahrlässig gehandelt.

Das OLG war anderer Auffassung. Dem Kläger könne zunächst nicht angelastet werden, dass er überhaupt angehalten habe. Denn dass die Panne nur vorgetäuscht war, habe er nicht wissen können. Aber auch die Tatsache, dass er den Zündschlüssel habe stecken lassen, sei ihm nicht vorzuwerfen. Er habe nicht damit rechnen müssen, dass innerhalb so kurzer Zeit sein Fahrzeug gestohlen würde.

Az.: 3 U 239/01

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