Mit Unterstützung des US-Konzerns wollen Japaner zweites Modell in Europa bauen
Mazda plant Mittelklasseauto mit Ford

Mazda will zusammen mit dem US-Konzern Ford ein zweites Modell in einem europäischen Werk produzieren lassen. Der japanische Pkw-Hersteller bereitet die Fertigung eines Mittelklasse-Autos vor.

DÜSSELDORF. Im nächsten Frühjahr fällt die Entscheidung, an welchem Standort der japanische Automobilkonzern Mazda Motor ein zweites Modell in Europa produzieren wird. Mazda-Präsident Mark Fields kündigte in einem Gespräch mit Journalisten an, dass das japanische Unternehmen künftig auch ein Mittelklasse-Modell zusammen mit seinem Partner Ford auf dem europäischen Kontinent produzieren wird. Mazda hatte bereits im Frühjahr publik gemacht, dass der Kleinwagen Demio vom Jahr 2003 an im spanischen Ford-Werk Valencia gefertigt wird. Der US-Autokonzern hält 33,4 % der Mazda-Anteile.

Die Europa-Fertigung ist Teil der Strategie, mit der Mazda in Europa und auch weltweit wieder in die schwarzen Zahlen kommen will. "Im laufenden Geschäftsjahr peilen wir auf konsolidierter Basis wieder die Gewinnschwelle an", kündigte der frühere Ford-Manager Fields an. Im Geschäftsjahr 2000/01 (zum 31. März) hatte Mazda einen Verlust von 1,5 Mrd. $ verbucht, vor allem ausgelöst durch zusätzliche Pensionslasten. Im operativen Geschäft will Fields ebenfalls die Wende schaffen und in diesem Jahr ein Plus von 130 Mill. $ erreichen.

Die Zusammenarbeit mit Ford ist für Mazda ein zentraler Baustein, mit dem das japanische Unternehmen wirtschaftlich gesunden will. Die Mehrheit der Mazda-Modelle soll künftig eine Fahrzeug-Architektur von Ford bekommen. "Wir müssen eine intelligente Nutzung von Synergien erreichen", betonte Fields. Mazda dürfe aber nicht alles von Ford übernehmen: Die japanische Marke müsse nach außen hin auch in Zukunft eigenständig auftreten. Im weltweiten Vergleich ist Mazda ein verhältnismäßig kleiner Hersteller und kommt mit etwa einer Million produzierten Fahrzeugen auf Rang 14. Zum Vergleich: Der Ford-Konzern fertigt pro Jahr mehr als sieben Millionen Fahrzeuge, VW erreicht über fünf Millionen.

Fields schloss nicht aus, dass Mazda künftig noch ein drittes Modell mit Ford in Europa baut. "Das ist durchaus möglich", sagte er über eine mögliche weitere Kooperation bei Kleinstwagen unterhalb des Demio. Insgesamt will Mazda in den nächsten Jahren etwa 100 000 Fahrzeuge in europäischen Ford-Werken fertigen lassen.

Mazda reagiert damit vor allem auf die starken Wechselkurs-Schwankungen der vergangenen Jahre. Fields sagte dazu, dem japanischen Unternehmen seien in den beiden zurückliegenden Geschäftsjahren zusätzliche Kosten in Höhe von 1,2 Mrd. $ aus dem hohen Yen-Kurs erwachsen. Mazda habe davon lediglich 60 bis 65 % durch Gegenmaßnahmen ausgleichen können.

Auf dem Rückweg zur Profitabilität nimmt es Mazda in Kauf, dass der Fahrzeugabsatz auf dem japanischen Heimatmarkt in diesem Jahr wahrscheinlich von 307 000 auf 280 000 Fahrzeuge abnimmt. Nach Angaben von Fields ist derzeit keine grundsätzliche gesamtwirtschaftliche Erholung in Japan erkennbar. Auch in Europa geht es für Mazda in diesem Jahr bergab: Fields rechnet mit 171 000 abgesetzten Fahrzeugen (Vorjahr: 210 000). Die Rückgänge auf beiden Märkten führte Fields darauf zurück, dass Mazda im Moment keine neuen Modelle parat habe. In Europa fehlen vor allem Diesel-Modelle. Vom nächsten Jahr an will Mazda jedoch auch bei dieser Antriebsart wieder wettbewerbsfähig sein. Positiv verlaufen derzeit nur die Geschäfte in den USA, wo Mazda ein Absatzplus von mehr als 12 % erwartet.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie
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