Mit Zynismus und Sarkasmus
Zitate von und über Rudolf Augstein

Als Zyniker wollte er sich gerne bezeichnen lassen, und Sarkasmus machte ihm das Leben erträglich.

HB/dpa HAMBURG. Als Zyniker wollte er sich gerne bezeichnen lassen, und Sarkasmus machte ihm das Leben erträglich.

Aussagen Augsteins über sich und die Welt:

"Ich hatte nicht die Gnade der Kohl-Geburt, sondern ich hatte die Gnade der Vor-Kohl-Geburt." (1998)

"Ich hatte nie Schwierigkeiten, gegen etwas zu sein. Ich hatte mehr Schwierigkeiten, für etwas zu sein." (1998)

"Ich habe ja viele vergnügliche Stunden mit Strauß verbracht, hinterher. Aber vorher musste er weg. Adenauer plus Strauß war zuviel." (1998)

"Stolz bin ich ja auf mich nie, aber ich habe um die Demokratie gewisse Verdienste - nicht ich allein, sondern der ganze Laden natürlich. Ich habe doch wesentlich mitgewirkt, der Demokratur der beiden Herren Adenauer und Strauß ein Ende zu machen." (In einem Interview mit dem "Stern" 1993)

"Kampfpresse? Ich habe früher gesagt, im Zweifelsfall sind wir links, das sind wir jetzt schon wieder. Ansonsten war ich früher 'Kampfpresse', aber das war ich mehr als der "Spiegel'. Und Sie sehen ja, dass wir mittlerweile ein sehr seriöses, ordentliches Blatt sind. Und der Auflage bekommt sogar auch das." (1987)

"Da ich die Historiker kenne, habe ich Angst vor Tradition." (1986)

"Wer mich Zyniker nennt, der ehrt mich. Ich bin gerne Zyniker." (1984)

"Die Welt ist so groß, dass alle Irrtümer darin Platz haben." (1984)

"Ich mache mir das Leben durch Sarkasmus erträglich bis fröhlich." (1972)

Zitate über Augstein:

"Jedes "Spiegel"-Heft ist unterhaltsamer und wichtiger als beinahe alle heutzutage gedruckten deutschen Romane. (...) In einem Deutschland, in dem es keinen Spiegel gäbe, möchte ich nicht leben." (Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki bei der Verleihung des Börne- Preises an Augstein in der Frankfurter Paulskirche, 2001)

"...richtig ist dagegen: Ich habe Rudolf Augstein immer beneidet: Um seine (seltene) doppelte Gabe der Analyse und der Aussage; um seinen Spiegel-Erfolg (...). Und natürlich neide ich ihm seine Erfolge bei Frauen." (Gerd Bucerius, ehemaliger Verleger der "Zeit", 1993)

"In den achtziger Jahren begannen wir mit unserer Glasnost- Politik, weil die Situation in unserem Lande dafür reif war. Doch man darf heute nicht verschweigen, dass zu den Wegweisern unserer Offenheit neben den Koryphäen der alten russischen Publizistik auch führende Journalisten des Westens gehörten - solche wie Rudolf Augstein." (Michail Gorbatschow, früherer sowjetischer Staats- und Parteichef, 1993)

"Immerhin, ohne die Transfusionen des "Spiegel' wäre der Kreislauf der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit noch matter.(...) Dieser Herausgeber hat sich um die Republik verdient gemacht." (Jürgen Habermas, Philosophie-Professor, 1993)

"Wenn Sie seine eigenen Polemiken lesen, dann sehen Sie, mit welcher Schärfe er beispielsweise polemisiert. Das ist auch gut für eine Zeitung, aber ich glaube nicht, dass es für die deutsche Politik insgesamt gut wäre." (Helmut Schmidt, damals Hamburger Innensenator, 1965)

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