Mitarbeiter gegen Geschäft
Kölmel hat jetzt wieder gute Karten

Nach einer Finanzierungszusage der Stadtsparkasse Leipzig sehen die Gläubiger nun wieder gute Chancen für den Kauf der insolventen Kinowelt durch die früheren Firmenschefs Michael und Rainer Kölmel. Allerdings müssten für das umstrittene Geschäft, das unter anderem wegen des Wegfalls einer Landesbürgschaft wochenlang auf der Kippe stand, noch einige Voraussetzungen geschaffen werden, hieß es.

Reuters MÜNCHEN. Die Stadtsparkasse Leipzig habe nun zugesagt, die Transaktion zu finanzieren, teilte Insolvenzverwalter Wolfgang Ott am Montag in München mit. "Allerdings muss die Finanzierungsstruktur noch geändert werden." Zudem seien Ergänzungen zum Anfang Oktober geschlossenen Kaufvertrag nötig. An dem vereinbarten Kaufpreis von 32 Mill. ? ändere sich aber nichts. "Wenn die (nun getroffenen) Absprachen vom 13. Dezember allseits eingehalten und nun kurzfristig umgesetzt werden, fließt der Kaufpreis noch in diesem Jahr."

Ott hatte der Stadtsparkasse Leipzig schon zwei Mal eine "letzte Frist" gesetzt, um den Kaufpreis zu garantieren. Das Institut war diesen jedoch nicht nachgekommen. Die Übernahme von Kinowelt durch die Gründer Michael und Rainer Kölmel gilt als äußerst umstritten, weil sie als frühere Manager für den Untergang des einstigen Starunternehmens am Neuen Markt mitverantwortlich gemacht werden.

Gegen Michael Kölmel ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Untreue und Insolvenzverschleppung. Der einstige Kinowelt-Chef war Ende Oktober für mehrere Tage verhaftet worden und nur gegen eine Kaution von 400 000 ? wieder auf freien Fuß gelangt. Vor wenigen Tagen hatten die Kinowelt-Mitarbeiter zum wiederholten Mal in einem offenen Brief gegen den Kauf durch die Kölmels protestiert, die den Unternehmenssitz von München nach Leipzig verlegen wollen.

Die Kinowelt-Aktie, die im Herbst 2000 einmal rund 57 ? wert gewesen war, notierte am Montag mit 54 Cent.

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