Mitarbeiter müssen sich auf Telearbeit umstellen
Xerox schließt 12 Standorte in Deutschland

Der angeschlagene Kopiergerätehersteller Xerox Corp., Stamford, drückt weiter auf die Kostenbremse. Nach dem Abbau von mehr als 2 000 Stellen und dem Verkauf von Unternehmensteilen trifft die weltweite Turnaround-Strategie des Konzerns jetzt erneut die deutsche Tochtergesellschaft.

Von insgesamt 13 Standorten fallen nach Unternehmensangaben zwölf dem Rotstift zum Opfer. Nur die Firmenzentrale in Neuss bleibt bestehen und soll von fünf Satellitenbüros unterstützt werden. Von der "Umstrukturierung" sind mehrere Hundert Mitarbeiter betroffen. Wie die Xerox GmbH weiter mitteilt, sollen den Vertriebs- und Servicemitarbeitern mobile Telearbeitsplätze angeboten werden. Die Mitarbeiter aus anderen Funktionsbereichen der regionalen Geschäftsstellen können demnach in die Zentrale wechseln. Die bisherigen Aufgabenfelder werden den Angaben zufolge dann in so genannten "Centres of Competence" gebündelt.

Das neue Arbeitsplatzkonzept werde nicht zu einem Personalabbau im Vertrieb und Service führen, versichert Xerox-Sprecherin Uta Letzel gegenüber Handelsblatt.com. Im Zuge der Zentralisierung könnten aber im administrativen Bereich "einige wenige" Arbeitsplätze eingespart werden. Wieviele das genau sein würden, sei noch unklar. Noch im Dezember vergangenen Jahres hatte Letzel angekündigt, bis zum Frühjahr 2001 würden in Deutschland 665 Stellen gestrichen. Bislang seien davon bereits 80 bis 90% Stellen abgebaut, allein mehr als 100 im Marketingbereich.

Dass der Turnaround des Konzerns scheinbar "besser als ursprünglich erwartet" läuft, wie Maria Schönauer, Geschäftsführerin Group Ressource der Xerox GmbH, sagt, ist auf die vor knapp zwei Wochen vorgelegten Quartalszahlen zurückzuführen. Der operative Verlust in den ersten drei Monaten dieses Jahres lag "nur" noch bei 86 Mill. $ oder 12 Cent je Aktie. Analysten hatten mit einem Verlust von 28 Cent je Aktie gerechnet. Für das Gesamtjahr hat Chairman Paul Allaire sogar schwarze Zahlen versprochen.

Aus Deutschland wird es in diesem Jahr allerdings keine Informationen mehr zur Geschäftslage geben. Die neue Firmenpolitik des Mutterhauses verbietet es, länderspezifische Zahlen herauszugeben.

Die aktuellen Maßnahmen zeigen, dass Xerox noch nicht gesund ist. Dafür spricht auch, dass der Kopiermaschinenhersteller seine für den 17. Mai geplante Hauptversammlung kurzer Hand verschieben musste. Die Wirtschaftsprüfer waren nicht in der Lage, den Jahresabschluss rechtzeitig zu autorisieren. Damit verschob sich auch die Abgabe des 2000-er Börsenberichts an die US-Börsenaufsicht SEC. Die hat die einstige Branchenikone bereits seit vergangenem Juni zum Gegenstand einer Untersuchung wegen möglicher Bilanzierungsfehler bei der mexikanischen Tochtergesellschaft gemacht. Unternehmensmanager stehen im Verdacht, gezielt notleidende Kredite verschleiert und den Umsatz künstlich erhöht zu haben.

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