Mitarbeiter protestieren gegen Auslagerungspläne
Deutsche Bank streicht mehr Stellen

Die Deutsche Bank macht Ernst: Auf der Hauptversammlung will das scheidende Führungsduo - Aufsichtsratschef Hilmar Kopper und Vorstandssprecher Rolf-E. Breuer - am Mittwoch den Aktionären erste Erfolge des Kostensparprogramms präsentieren.

FRANKFURT/M. Knapp 600 IT-Spezialisten aus dem Bereich Global Technologies & Operations (GTO) der Investmentbanksparte CIB müssen ihren Hut nehmen, erfuhr das Handelsblatt aus Bankenkreisen. Davon ist die asiatische Region mit 130 Beschäftigten betroffen, die restlichen Stellen entfallen an den Standorten New York und London.

Wie Insider berichten, handelt es sich bei den Entlassungen vor allem um Mitarbeiter aus dem administrativen Bereich, der Entwicklungsabteilung und Projektgruppen. Damit setzt die Deutsche Bank Breuers Vorgaben um. Der Vorstandschef hatte jüngst im Gespräch mit dem Handelsblatt betont, dass die IT-Seite durchforstet werden müsse. In den vergangenen Jahren seien zahlreiche Altlasten angesammelt worden, die es nun zu bereinigen gelte, sagte Breuer.

Insgesamt will die Deutsche Bank bis Ende 2003 rund zwei Mrd. Euro einsparen. Etwa 9 500 Mitarbeiter müssen Deutschlands größtes Institut verlassen.

Auch in Kontinentaleuropa, speziell in Deutschland, stehen schwer wiegende Veränderungen im IT-Bereich an. Die Deutsche Bank prüft die Auslagerung der IT-Infrastruktur an einen externen Dienstleister, wie dies bereits J.P. Morgan Chase oder American Express vorgemacht haben. Vorstandsmitglied Hermann-Josef Lamberti erhofft sich durch diesen Schritt Einsparungen von etwa 120 Mill. Euro pro Jahr. Das Projekt "Summer" gestaltet sich aber schwieriger als zunächst angenommen. So regt sich unter den Mitarbeitern heftiger Widerstand gegen die Auslagerungspläne. 600 der 750 in Deutschland Betroffenen wollen den Schritt nicht mitgehen.

Nach den Vorstellungen der Deutschen Bank soll der gesamte IT-Bereich mit einem jährlichen Budget von 400 Mill. Euro inklusive der Mitarbeiter an einen Spezialisten übergehen. Fünf Gesellschaften werden sich bis Ende Mai um das Projekt bewerben. Beste Karten haben dabei nach Informationen des Handelsblatts die beiden Dienstleister IBM und EDS. Der Vertrag soll im September unterzeichnet werden.

Quelle: Handelsblatt

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