Mitgliederboom bei BKK
Schmidt: Unionspläne treiben Beiträge hoch

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) sieht bei einem Wahlsieg der Union einen Anstieg der Krankenkassenbeiträge auf breiter Front programmiert. So hat der Unions-Sozialexperte Horst Seehofer (CSU) angekündigt, die Union werde die Ausgabenobergrenzen bei Arzthonoraren und Krankenhäusern kippen.

dpa BERLIN. "Seehofer will die Budgets aufheben, ohne ein geeignetes Steuerungsinstrument an deren Stelle zu setzen", sagte Schmidt am Montag der dpa. Bisher ist der Anstieg der Ausgaben gesetzlich begrenzt.

Auch die von der Union geplanten Selbstbehalte würden die Finanznöte der Krankenkassen verschärfen. Schmidt warf Seehofer vor, er wolle die Menschen mit "Panikmache" schon jetzt auf höhere Gesundheitskosten einstimmen. So behaupte Seehofer, dass die Krankenkassenbeiträge 2003 weiter steigen würden. "Wenn er dies als Schreckgespenst an die Wand malt, dann will er davon ablenken, dass seine Versprechungen unbezahlbar sind", sagte Schmidt.

Unterdessen wandern trotz der geänderten Kündigungsfristen immer mehr Kassenversicherte von den teureren Großkassen zu den preiswerteren Betriebskrankenkassen (BKK) ab. In den ersten sieben Monaten 2002 gewannen die BKK erneut 485 000 Mitglieder dazu. Dagegen mussten Orts- und Ersatzkrankenkassen wieder Verluste hinnehmen, bleiben aber die beiden mitgliederstärksten Kassenarten. Dies geht aus der neuen Mitgliederstatistik hervor. Danach sind die BKK mit 9,4 Mill. Mitgliedern und einem Marktanteil von 18,5 % die drittgrößte gesetzliche Kassenart.

Allerdings leidet die gesetzliche Krankenversicherung insgesamt an Mitgliederschwund. So sank die Mitgliederzahl aller gesetzlichen Kassen seit Dezember 2001 um rund 380 000 auf 50,8 Mill.. Die meisten dürften laut BKK-Bundesverband zu privaten Krankenversicherern gewechselt sein. Als Folge gingen den gesetzlichen Kassen Einnahmen von einer Milliarde Euro im Jahr verloren. Schmidt hatte Ende 2001 angekündigt, dass die SPD bei einer Wiederwahl den Wechsel zu den Privatkassen für neue Versicherte erschweren will.

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