Mitnahme der Nummer wird teurer
Wechselpreis spaltet Mobilfunker

Die großen Mobilfunkanbieter sind sich offenbar einig: T-Mobile und Vodafone wollen von ihren wechselwilligen Kunden mehr Geld für die Mitnahme der Rufnummer als die kleineren Konkurrenten wie O2. Diese fürchten nun, dass die höheren Gebühren Hoffnungen auf mehr Wettbewerb zunichte machen.

slo DÜSSELDORF. Die Mobilfunkbranche in Deutschland ist in zwei Lager gespalten: Die kleinen Netzbetreiber, vor allem O2, wollen ihren Kunden mit acht bis zwölf Euro eine eher niedrige Gebühr in Rechnung stellen, wenn diese ab November beim Wechsel zur Konkurrenz ihre Rufnummer mitnehmen. Die Marktführer T-Mobile und Vodafone, die gemeinsam auf einen Marktanteil von etwa 80% kommen, haben andere Vorstellungen: T-Mobile, Tochter der Deutschen Telekom, will ihre abtrünnigen Kunden mit rund 25 Euro zur Kasse bitten, wie das Unternehmen am Dienstag bestätigte. Vodafone D2 plant eine Gebühr von etwa 30 Euro. E-Plus, die Nummer drei auf dem deutschen Mobilfunkmarkt, hat die Höhe der Wechselkosten noch nicht festlegt. Man werde sich aber eher auf dem Preisniveau von O2 bewegen, verlautete aus dem Unternehmensumfeld.

Vor allem die kleineren Anbieter erhoffen sich von der Rufnummernmitnahme - im Fachjargon Rufnummernportabilität genannt - mehr Wettbewerb. Bisher war die Umstellung auf eine neue Telefonnummer einer der wichtigen Gründe, warum ein Kunde bei seinem Betreiber blieb. Der erhoffte Wettbewerb werde gehemmt, wenn die Wechselgebühren unangemessen hoch ausfielen, heißt es beiO2. Das Unternehmen wird seinen Preisvorschlag jetzt aber möglicherweise doch nicht realisieren. Man müsse überlegen, ob man sich den Großen anpasse, sagte ein Sprecher.

Noch ist unklar, ob eventuell der neue Anbieter die Wechselgebühr für den Kundenübernimmt. Das könnte die Bilanzen der Branche zusätzlich belasten. Grundlage der Gebühr für die Mitnahme der Rufnummer sind laut Telekommunikationsgesetz die "einmaligen Kosten", die dem Mobilfunknetzbetreiber beim Kundenwechsel entstehen. Nach Ansicht von Branchenexperten zählt dazu in erster Linie der Verwaltungsaufwand. Die Kosten für Datenbank und Technik, die die Rufnummernmitnahme erst möglich machen, könnten nicht umgelegt werden. Die Telekom-Regulierungsbehörde wird die Höhe der Wechselgebühren voraussichtlich prüfen, falls es zu Beschwerden kommt.

Bis Ende des Jahres laufen nach Schätzung von Analysten etwa eine Million Handy-Verträge aus. Angesichts der geringen Qualitäts- und Preisunterschiede der Anbieter sei es aber fraglich, ob es zu einer großen Wechselwelle komme. O2 versucht dem nachzuhelfen: Der Mobilfunker wirbt mit speziellen Produkten - etwa der Möglichkeit, in einem bestimmten Bereich zu Festnetztarifen zu telefonieren. Die deutsche Tochter der britischen MMO2 schreibt bisher tiefrote Zahlen. Das soll sich aber im laufenden Geschäftsjahr, das im März 2003 endet, ändern - zumindest in einem Quartal soll das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) positiv sein. O2 Deutschland sei auf einem guten Weg, dieses Ziel zu erreichen, teilte MMO2 am Dienstag mit. In diesem Monat will das Unternehmen die um Musik, Grafik und Fotos erweiterbaren Kurzmitteilungen einführen (MMS). Vodafone und T-Mobile bieten dies seit einigen Monaten an.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%