Mitsubishi-Fahrer führen das Feld an
Zweiklassen-Gesellschaft bei der Rallye Dakar

Mitsubishi steuert bei der Rallye Dakar dem vierten Gesamtsieg in Folge entgegen. Die Konkurrenten haben allesamt mit sich selbst zu tun.

HB BERLIN. Auch bei der 26. Auflage der Rallye Dakar ist die Überlegenheit eines Herstellers eklatant. Die beiden Topleute des Mitsubishi-Teams fahren die Konkurrenten in der Autowertung in der Sahara in Grund und Boden. Stephane Peterhansel und Hiroshi Masuoka betrachten die Rallye inzwischen als ihr eigenes internes Duell. Die anderen so genannten Spitzenteams sind mehr oder weniger Staffage. Da fällt der Unfall und das Aus für Miki Biasion im dritten Werks-Mitsubishi nicht ins Gewicht.

Die einzige Frage auf den langen Wertungsprüfungen ist, ob am Ende der Franzose oder der Japaner als erster über die Ziellinie rollt. Diese beiden verfügen über das beste Material, das am besten eingespielte Team im Hintergrund und gehören selbst zu den echten Topleuten. Auch das Navigieren nach Roadbook und Kompass stellt für sie kein Problem dar.

Und hängt tatsächlich einmal einer der beiden Boliden zurück, so liegt es an einem (seltenen) Defekt. Hier geht es nicht um die auch beim Pajero oft notwendigen Reifenwechsel, sondern um einen Schaden, der eine Reparatur erforderlich macht. Eine solche hat in der Gesamtwertung eine Vorentscheidung zugunsten von Peterhansel gebracht. Es wird schwer für Masuoka, auf den noch verbleibenden sechs Tageswertungen die 1:04,00 Stunden Rückstand aufzuholen. Peterhansel wäre bei einem Erfolg in Dakar erst der zweite Fahrer nach seinem Landsmann Hubert Auriol, der die Dakar sowohl auf zwei wie auch auf vier Rädern gewinnen würde.

Die hoch gehandelte Konkurrenz hat mit schöner Regelmäßigkeit das Nachsehen. Zumal diese Teams hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt sind. Bei Nissan häuften sich zuletzt die Ausfälle. Getriebe und Kupplung machen den Pickups mehr und mehr zu schaffen. Solide fahren bislang die beiden BMW-X-raids. Zuletzt hatten aber auch Giniel de Villiers und Luc Alphand mit technischen Problemen zu kämpfen.

Mit den Mitsubishi-Boliden können sie es ohnehin nicht aufnehmen. Auch vom fahrerischen Können her nicht. Dies wäre für Jean Louis Schlesser zwar kein Problem, aber sein zweiradgetriebener Buggy kommt gegen die Pajeros ebenfalls nicht an. Der erfahrende Pilot fährt aber mit Köpfchen und führt so das «Rennen im Rennen» um den dritten Gesamtplatz an.

Nur noch ein weiterer Teilnehmer ist vom Können her dem Mitsubishi-Duo ebenbürtig. Jutta Kleinschmidt konnte zuletzt zwei Mal im Touareg zeigen, was man aus dem Volkswagen-Boliden herausholen kann. Wenn der Wagen hält. Und Kleinschmidt sich nicht, wie zu Beginn der Hatz in Afrika, permanent mit Problemen herumschlagen muss. Dass die diesjährige Dakar für Kleinschmidt persönlich ein absolutes Desaster darstellt und ihr der nachträgliche Ausschluss aus dem Rennen droht, steht auf einem anderen Blatt.

Von den Fehlern der anderen profitiert Andrea Mayer. Die Allgäuerin, von ihrem Beifahrer Andreas Schulz bestens geleitet, liegt in ihrem T2-Mitsubishi auf dem sechsten Gesamtrang. Wenn sie nicht gerade ihren Teamkollegen Peterhansel oder Masuoka in ihrer Funktion als rollendes Ersatzteillager zur Hilfe eilen muss, ist sie auf den Etappen stets im Vorderfeld zu finden. Probleme mit der Frontaufhängung kostete dem deutschen Duo zuletzt viel Zeit. «Wir wollen das Ziel in Dakar unter den besten Zehn erreichen», gibt Mayer ihre persönliche Zielstellung preis. Mayer und Schulz liegen weiterhin vor dem zweiten VW-Touareg von Bruno Saby.

Wie groß die Dominanz von Mitsubishi bei der Dakar inzwischen ist, zeigt sich an den Privatfahrern, die sich bei den Japanern eingekauft haben. Gleich zwei dieser werksbetreuten Pajeros des Mitsubishi Ralliart Teams finden sich derzeit unter den Top Ten wieder. In der Gesamtwertung, versteht sich.

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