Mitsubishi zurück in der Gewinnzone – Toyota mit Rekordertrag
Schwacher Yen hilft Japans Autobauern

Während die meisten japanischen Autohersteller auf dem Heimatmarkt gehörig zu kämpfen haben, fahren sie in den USA die nötigen Gewinne ein. Jetzt hoffen Toyota, Nissan und Mitsubishi auf die Marktbelebung zu Hause.

TOKIO. Zu Hause laufen die Geschäfte schlecht, die hohen Gewinne kommenden aus den Vereinigten Staaten: Das US-Geschäft ist derzeit die Goldader für die großen japanischen Autokonzerne. Mitsubishi Motors meldete am Montag die Rückkehr in die Gewinnzone, Branchenprimus Toyota konnte einen Rekordgewinn ausweisen. Auch Nissan und Honda stützen ihre optimistischen Prognosen für dieses Jahr auf einen steigenden Absatz in den USA. Dabei hilft der niedrige Yen-Kurs zum Dollar. Allein Toyota hat die schwache Heimatwährung im vergangenen Jahr 410 Mrd. Yen (3,5 Mrd. Euro) zusätzlich eingebracht.

Nach drei Verlustjahren verkündete der designierte Mitsubishi-Chef Rolf Eckrodt erstmals wieder einen Gewinn bei Japans fünftgrößtem Autohersteller. Durch drastische Einsparungen bei Material- und Personalkosten blieben dem Daimler-Chrysler-Partner (Mitsubishi-Anteil des Stuttgarter Konzerns: 37,3 %) im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001/02 am Ende 1,13 Mrd. Yen in der Kasse. Im Jahr zuvor (ebenfalls zum 31. März) waren noch 27,8 Mrd. Yen Verlust angefallen. Das hohe Defizit war wegen des miserablen Pkw-Geschäfts angefallen, die Lkw-Sparte "Fuso" schreibt wieder schwarze Zahlen. Im kommenden Jahr sollen 3,8 Mrd. Yen Überschuss erwirtschaftet werden.

Mitsubishi Motors mit ergeizigem Drei-Jahres-Plan

"Wir haben bisher alle Ziele des Drei-Jahres-Plans erreicht und einige übertroffen. Und wir werden unsere Ziele auch 2002 und 2003 übertreffen", versprach Eckrodt, der den Chefposten beim japanischen Unternehmen nun endgültig am 25. Juni übernehmen wird. In drei Jahren will der frühere Daimler-Manager und Adtranz-Chef Mitsubishi Motors in ein profitables und wachsendes Unternehmen verwandeln, das in der Lage sein soll, seinen riesigen Schuldenberg von 1,2 Billionen Yen abzutragen.

Ob "Fuso" aus dem Unternehmen herausgetrennt wird und künftig bei Daimler-Chrysler konsolidiert wird, stehe noch nicht fest, betonte der noch amtierende Mitsubishi-Präsident Takashi Sonobe. Eckrodt ergänzte, es gebe auch keinen Termin, zu dem sich Mitsubishi entscheiden wolle. Eine Veränderung in der Eignerstruktur werde es in nächster Zeit nicht geben. Zunächst einmal stehe Gesundung des Unternehmens im Vordergrund.

Die Parallelen zwischen Mitsubishi und Nissan sind auffällig. Der frühere Renault-Manager Carlos Ghosn brachte den drittgrößten japanischen Autohersteller innerhalb weniger Jahre wieder auf die Gewinnzone, nachdem Renault sich mit einem guten Drittel der Anteile eingekauft hatte. Rendite- statt Umsatzwachstum lautet seitdem die Devise, die sich die Autobauer Japans ins Lehrbuch geschrieben haben - auch die Unternehmen, die keinen ausländischen Partner haben.

Erfolge im Ausland, Probleme vor der eigenen Haustür

Branchenriese Toyota etwa bringt es auf eine operative Umsatzrendite von 7,4 %. Trotz Absatzproblemen auf dem heimischen Markt präsentierte Toyota-Präsident Fujio Cho gestern einen Rekordüberschuss von 615 Mrd. Yen, eine Steigerung um 30 %. Der Umsatz stieg weltweit - im Gegensatz zu Nissan und Mitsubishi, die noch in der Konsolidierungsphase sind - um gut 12 % auf 1,5 Billionen Yen.

Trotz der Erfolge in den Vereinigten Staaten bereitet Toyota - ebenso wie Mitsubishi - der japanische Heimatmarkt Probleme. Die Nummer zwei der Branche, Honda, machte der Konkurrenz zu Hause Marktanteile abspenstig und ist bei Börsianern und Analysten entsprechend beliebt. Goldman-Sachs-Experte Kunihiko Shiohara ist nicht der einzige, der von den Wachstumsaussichten des Unternehmens überzeugt ist, zumal auch für Honda die Geschäfte in den USA gut laufen. Weltweit steigerte Honda Motor den Umsatz um gut 14 % auf 2,1 Billionen Yen, den Nettogewinn sogar um knapp 70 % auf 107 Mrd. Yen. "Wir denken, dass das Nordamerika-Geschäft des Unternehmens eine neue Quelle großer Gewinne wird", sagte Shiohara. Goldman Sachs hat das Kursziel der Aktie von 6 600 Yen auf 7 100 Yen angehoben.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland
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