Mittel für Strahlenschutzforschung werden verdoppelt
Trittin denkt laut über Umwelt-Label für Handys nach

Angesichts wachsender Furcht vor Gesundheitsrisiken durch "Elektrosmog" will Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) die Vorsorge bei Mobilfunkstrahlen verbessern. Trittin forderte Mobilfunkbetreiber am Sonntag auf, die Kommunen in die Auswahl von Standorten für Sendeanlagen einzubeziehen und über ihre Pläne zum Netzausbau frühzeitig zu informieren. "Das Aufstellen von Mobilfunkmasten ohne Beteiligung von Kommunen muss ein Ende haben", erklärte der Minister.

dpa BERLIN. Hintergrund ist der wachsende Widerstand mehrerer Kommunen gegen die Aufstellung von Sendeanlagen. Um mehr Akzeptanz bei der Bevölkerung für die Errichtung von Sendemasten, besonders zum Aufbau der neuen UMTS-Technologie, zu erreichen, seien "Offenheit und Transparenz" wichtige Schritte, sagte Trittin. Die genehmigten Standorte von Mobilfunkanlagen sollen künftig in einer Datenbank erfasst werden.

Die geltenden Strahlen-Grenzwerte gewährleisten laut Trittin nach derzeitiger Kenntnis zwar den Schutz der Bevölkerung. Die Bundesregierung prüfe aber, ob zusätzliche Vorsorgewerte nach dem Schweizer Modell in die Bundes-Immissionsschutzverordnung aufgenommen werden sollen. Eine Entscheidung darüber sei noch nicht gefallen.

An diesem Montag wollen die Bundestagsausschüsse für Umwelt, Gesundheit und Wirtschaft in einer öffentlichen Anhörung diskutieren, ob elektromagnetische Felder, die bei der Mobilfunknutzung entstehen, möglicherweise schädlich sind. Dazu sind Wissenschaftler, Betroffene und Mobilfunkbetreiber und-hersteller eingeladen.

Trittin forderte eine bessere Kennzeichnung bei Handys. Es sei zwar zu begrüßen, dass Handy-Hersteller ab Herbst die höchstmögliche Strahlungsintensität (SAR-Wert) in der Gebrauchsanweisung angeben und über Internet zugänglich machen wollen. Dies müsse aber "verbraucherfreundlicher" geschehen. So sei denkbar, dass die Bezeichnung "strahlungsarm" als eine Art Umwelt-Label nur dann erlaubt werden könnte, wenn ein Viertel der empfohlenen Strahlungswerte eingehalten werde.

Das Umweltministerium werde die Finanzmittel auf dem Gebiet der Strahlenschutz-Forschung ab kommenden Jahr verdoppeln, sagte Trittin. Bis 2005 würden mehr als 8,5 Mill. Euro bereitgestellt.

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