Mittel sollen nach Asien fließen
VW stoppt nach teurem Streik Investitionen in Mexiko

Nach dem kostspieligen Ende des Streiks im mexikanischen Volkswagen-Werk hält der deutsche Autobauer fest eingeplante Investitionen in Milliardenhöhe bis auf weiteres zurück.

afp MEXIKO-STADT. "Die Voraussetzungen haben sich geändert und es wurde folglich entschieden, unsere Investionen in Mexiko für den Moment zu stoppen", begründete der Vize-Präsident von VW-Mexiko, Francisco Bada, am Mittwoch (Ortszeit) den Schritt. Die von Volkswagen für Mexiko vorgesehenen Mittel für die kommenden fünf Jahre wurden auf rund 1,5 Mrd. Dollar (1,7 Mrd. ?) geschätzt.

Die Mittel würden jetzt in Asien eingesetzt, betonte Bada. Wenige Stunden vor seiner Ankündigung hatten sich Geschäftsleitung und Gewerkschaftsvertreter auf eine Lohnerhöhung von insgesamt 14,7 % für die Mitarbeiter des Werkes in Puebla geeinigt und damit einen 18-tägigen Streik beendet.

Der Sprecher von VW-Mexiko, Thomas Karig, sagte, die nun gestoppten Investitionen seien für die Modernisierung des Werks gedacht gewesen, damit dort neue Produkte gefertigt werden können. Laut Karig habe auch die unsichere Lage im mexikanischen Arbeitsrecht zu der Entscheidung des Unternehmens beigetragen. VW rief die mexikanische Regierung zu einer Reform des Arbeitsrechts auf, um dieses "den Ansprüchen einer modernen Industriegesellschaft" anzupassen. Karig forderte "ein Gleichgewicht zwischen den Rechten der Arbeiter und des Unternehmens" sowie bessere Instrumente, um die Lösung von Tarifkonflikten effizienter zu gestalten.

Analysten zufolge dürfte VW mit jedem Streiktag Verluste in zweistelliger Millionen-Höhe verzeichnet haben. Experten schätzen die Einbußen durch den gesamten Streik auf insgesamt 500 Mill. Dollar. In Puebla unweit von Mexiko-Stadt werden üblicherweise täglich 1 500 Autos und 2 000 Motoren gefertigt. Etwa 12 400 Arbeiter produzieren vor allem den Käfer-Nachfolger "New Beetle", aber auch den traditionellen Käfer.

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