Mittelfristiger Zeithorizont
Eon-Tochter Viterra: Börsengang möglich

Das Essener Immobilienunternehmen Viterra AG hält trotz des derzeit angespannten Marktumfeldes auch einen Börsengang weiter für möglich. Offenbar wird ein solcher Schritt mittelfristig spruchreif.

vwd ESSEN. Der Gang an den Kapitalmarkt, der momentan vorbereitet werde, könne aber auch den Einstieg eines strategischen Investors oder ein Privat Placement bedeuten, bekräftigte der Vorstandsvorsitzende Wolfhard Leichnitz in Essen. Die Entscheidung hierüber treffe der Eon-Konzern, wobei der Zeitpunkt der Veräußerung noch nicht feststehe.

Eine von Viterra favorisierte Lösung gebe es nicht. Eon müsse bei der Abgabe einen guten Ertrag bekommen und Viterra "eine vernünftige Zukunftsperspektive". Die Eon AG, Düsseldorf, hält derzeit noch 100 Prozent an dem nach eigenen Angaben größten privaten Wohnungseigentümer in Deutschland. Der Düsseldorfer Konzern will sich im Zuge seiner angestrebten Fokussierung auf das Energiegeschäft jedoch von Viterra trennen.

Anders als bei der Mülheimer Logistiktochter Stinnes AG, deren Abgabe noch für das laufende Jahr in Aussicht gestellt wurde, spricht Eon beim Viterra-Verkauf von einem "mittelfristigen Zeithorizont". Alle einzelnen Unternehmensbereiche von Viterra müssten kapitalmarktfähig gemacht werden, unterstrich Leichnitz. Bei den umfangreichen Restrukturierungen sei sein Unternehmen bereits 2001 strategisch, organisatorisch und in der Performance sehr gut vorangekommen.

Das um 16 Prozent höhere Rekord-Betriebsergebnis von 245 Mill. Euro liege "über dem geplanten Budget". Der Umsatz war nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden im vergangenen Jahr auf Grund von Desinvestitionen sowie eines drastischen Einbruchs im Bauträgergeschäft um drei Prozent auf 1,29 Mrd. Euro gesunken.

Für das laufende Jahr kündigte Leichnitz erneut ein zweistelliges Ergebniswachstum an. Nach dem guten ersten Quartal sei er auch zuversichtlich, dies zu erreichen. In allen Unternehmensbereichen mit Ausnahme des Bauträgergeschäfts liege Viterra in den ersten drei Monaten im oder besser als der Plan. Über die Zukunft des Bauträgergeschäfts im Viterra-Konzern werde bis Mitte des Jahres entschieden, sagte der Vorstandsvorsitzende. In diesem Segment hatte das Unternehmen 2001 einen Verlust von 30 (Vorjahr: sechs) Mill. Euro verbucht. 2001 hatte Viterra mit dem Kauf der WohnBau Rhein-Main und der Frankfurter Siedlungsgesellschaft verstärkt in Wohnungsbestände außerhalb des Ruhrgebiets investiert, sagte Leichnitz weiter. Von den derzeit rund 175.000 Viterra-Wohnungen befänden sich noch 108.000 im Ruhrgebiet. Dieser Anteil werde in den kommenden Jahren weiter verringert.

Im Service-Geschäft sieht Viterra vor allem international "ein großes Wachstumspotenzial". In den USA habe das Unternehmen 2001 seine Marktführerschaft ausbauen und den Break-even schaffen können, hieß es. Im Bereich Gewerbeimmobilien werde sich Viterra dagegen künftig auf die Projektentwicklung konzentrieren statt wie bisher auf die Projektsteuerung.

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