Mittelständische Stückgutkette Elix expandiert
Kooperation hilft bei der Globalisierung

Im Zeichen der EU-Osterweiterung und der Globalisierung boomt das Geschäft rund um das Transportieren, Lagern und Verteilen. Die Logistikbranche steht weltweit vor einem Umbruch.

FRANKFURT. Große Konzerne, angeführt von den Postgesellschaften wie der Deutschen Post und der niederländischen TPG oder internationalen Paketriesen wie UPS und Fedex, teilen sich die Märkte auf. Der Mittelstand hat da oft das Nachsehen. Ihm bleiben meist nur regionale Märkte oder Nischengeschäfte.

Doch es gibt Chancen: Mit Kooperationen können Mittelständler internationale Logistiknetze aufbauen, um den Großkonzernen Paroli zu bieten. Seit der Gründung im April 2000 gehört zum Beispiel Elix European Logistix mit Sitz in Rödermark-Ober Roden zu den größten Stückgutkooperationen in Europa. Insgesamt 18 Partner, darunter die dänische DFDS Transport Group, die französische Geodis und das deutsche Stückgutnetzwerk IDS Logistik, machen mit. Unter Stückgut werden Sendungen von 30 kg bis 2,5 Tonnen verstanden, beispielsweise palettierte Waren.

Das Sendungsvolumen von Elix wächst zweistellig. "2003 hat Elix mit 1,33 Mill. Sendungen eine Steigerung von rund 12 % erzielt", sagte Elix-Geschäftsführer Michael Bargl. 70 % der Sendungen kommen aus Deutschland und werden in den wichtigsten westeuropäischen Ländern verteilt. In Italien sorgte die Geodis-Tochter Züst Ambrosetti aus dem Stand für ein Plus von 106 %. In Skandinavien, dem Gebiet des Elix-Partners DFDS Transport, schaffte man einen Zuwachs von 21 %. Spanien mit dem Unternehmen Spain TIR konnte eine Steigerung von 18 % verbuchen. Das Sendungsaufkommen in Frankreich (Geodis Calberson) blieb stabil. Insgesamt sind für Elix europaweit 30 000 Mitarbeiter an über 500 Standorten im Einsatz. Den größten Teil der Transporte wickeln die Elix-Partner direkt über tägliche Linienverkehre ab. Konkurrenten von Elix in Europa sind laut Bargl Danzas/DHL (Deutsche Post), Schenker (Deutsche Bahn), die belgische ABX und Dachser.

Viele Köche verderben den Brei

Die Vielzahl der Partner solcher Kooperationen ist aber nicht nur ein Vorteil, sie kann auch zum Problem werden. Viele Köche verderben bekanntlich den Brei. Das Hemd ist den einzelnen Partnern oft näher als die Hose. Zudem wirft die Konkurrenz begehrliche Blicke auf das Netz. So ist einigen Elix-Partnern das Engagement des Schweizer Logistikkonzerns Kühne & Nagel beim IDS nicht geheuer. K & N hat einige IDS-Partner übernommen.

In der Branche wird daher darüber spekuliert, ob dem IDS insgesamt nach dem Vorbild des DPD die Übernahme droht. Die französische La Poste hatte den Deutschen Paketdient (DPD), ebenfalls eine Franchisekette mittelständischer Unternehmen, vor einiger Zeit geschluckt. Elix- und IDS-Chef Bargl indessen wiegeln ab: "Der Einstieg von Kühne & Nagel stärkt die Kapitalkraft und erhöht damit die Netzwerkstabilität von IDS."

Auf Grund der schwierigen Abstimmung der Interessen ist die Erweiterung des Elix-Netzes nach Osteuropa ins Stocken geraten. Offiziell heißt es zwar: "Wir diskutieren noch über eine Abdeckung unserer Netze". Doch die Dänen, die im Osten bereits stark vertreten sind, wollen offenbar ausscheren. Ihnen reicht die Elix-Kooperation auf Dauer nicht aus. Der dänische DFDS, hinter der die börsennotierte DSV-Gruppe steht, will stark expandieren - notfalls auch allein oder mit anderen Partnern, wie DFDS-Geschäftsführer Jonas Hansen sagte. Damit droht Elix eine Schlappe.

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