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Mittelstandsfinanzierung durch Allianz von KfW und IKB gesichert

Mit der Übernahme von 33,2 % an der IKB Deutsche Industriebank will die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) nach den Worten ihres Vorstandssprechers Hans Reich einen Beitrag zur Sicherung der Mittelstandsfinanzierung leisten. "Wir sichern damit neben den Finanzierungsprodukten und den Rahmenbedingungen auch den Distributionskanal für langfristige Finanzierungen, der für den Mittelstand in Deutschland lebensnotwendig ist", sagte Reich am Montag.

Reuters FRANKFURT. Die IKB hatte die strategische Partnerschaft am Freitag bekannt gegeben. Die KfW übernimmt die Anteile der Allianz in Höhe von 19,8 % und der Münchener Rück-Gruppe von 13,4 % am Grundkapital der IKB.

Über den Preis der Anteile sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte Reich. Die Initiative sei von der IKB ausgegangen, nachdem klar geworden sei, dass Allianz und und Münchener Rück ihre Bankbeteiligungen mit der Dresnder Bank, beziehungsweise der HypoVereinsbank neu ordnen wollten. "Die IKB wollte Sicherheit in ihre Aktionärsstruktur bekommen und hat uns angesprochen", sagte Reich. Die KfW, die bereits vorher mit 0,9 % an der IKB beteiligt war, hält damit künftig 34,1 % an der Bank. Elf Prozent der Anteile liegen nach den Worten Reichs im Besitz einer Stiftung, 54,9 % seien Free-Float.

Die Anforderungen des Baseler Eigenkapitalakkords (Basel II) machten die Kreditfinanzierung des Mittelstandes für Geschäftsbanken zunehmend weniger attraktiv, sagte Reich weiter. Insofern sei es für die KfW als Förderbank wichtig gewesen, die strategische Ausrichtung der IKB als "Bank des Mittelstandes" durch die Stabilisierung der Aktionärsstruktur zu erhalten. "Ein etwaiger Verlust des eigenständigen Marktauftritts der Bank durch ein Aufgehen in einem großen Bankenkonzern hätte zu einem Rückzug der IKB aus der langfristigen Mittelstandsfinanzierung führen können", sagte Reich.

Durch die Beteiligung an der IKB werde aber nicht nur sicher gestellt, dass die KfW den Vertriebskanal weiter nutzen könne. Bereits zuvor sei die Zusammenarbeit zwischen beiden Häusern bei der Entwicklung neuer Produkte - wie etwa der Verbriefung von Kreditrisiken - eng gewesen. Diese Zusammenarbeit könne nun etwa auch auf den Feldern Unternehmensnachfolge oder Projektfinanzierung vertieft werden. Mit der KfW als Partner könne sich die IKB künftig etwa bei der Projektfinanzierung an Volumina heranwagen, die vorher nicht möglich gewesen seien.

Die IKB werde aber durch die Beteiligung der KfW keine Vorteile etwa bei der Refinanzierung erhalten. Sie erhalte die gleichen Refinanzierungskonditionen wie andere Banken. Es werde auch keine Änderung des Durchleitungsprinzips geben. "Die IKB hat keinen Anspruch auf Exklusivität", sagte Reich. Auch Ordnungspolitisch sieht der KfW-Chef keine Probleme, da es sich bei der Übernahme um einen Minderheitsanteil handele.

Die IKB hat nach Reuters-Berechnungen einen Börsenwert von gut 1,2 Mrd. Euro. Die Aktien der im M-Dax notierten IKB notierten am Montagmittag mit knapp drei Prozent im Minus bei 13,88 Euro.

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