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Mittendrin, aber nicht dabei: Schnäppchen Villeneuve

Montreal (dpa) - In Montreal dreht sich fast alles um Jacques Villeneuve. In Kanadas Zeitungen wird dem Ex-Weltmeister vor dem Formel-1-Rennen in Montreal beinahe so viel Platz eingeräumt wie den Fahrern, die beim Großen Preis starten.

Montreal (dpa) - In Montreal dreht sich fast alles um Jacques Villeneuve. In Kanadas Zeitungen wird dem Ex-Weltmeister vor dem Formel-1-Rennen in Montreal beinahe so viel Platz eingeräumt wie den Fahrern, die beim Großen Preis starten.

Kaum eine Pressekonferenz vergeht, in der die Piloten nicht nach ihrer Meinung über eine Rückkehr von Villeneuve gefragt werden. Schließlich kursieren seit Wochen Gerüchte, dass der Weltmeister von 1997 nach seinem Zwangsausstieg bei BAR-Honda im vergangenen Jahr vor einem Comeback steht.



Williams-BMW, mit dem er vor sieben Jahren den Titel geholt hatte, soll der neue Arbeitgeber des exzentrischen Kanadiers sein. «Ich habe keine Angebote. Ich habe nie mit irgendjemand verhandelt», sagte Villeneuve nun der kanadischen Zeitung «La Presse» bei einem Besuch seines Montrealer Restaurants «Newtown». Zugleich machte der «Local Hero» deutlich, dass er gerne zurückkehren würde. Aber nicht zu Williams-BMW, sondern am liebsten zu Ferrari, um dort in die Fußstapfen seines Vaters Gilles Villeneuve zu treten. Dieser fuhr sehr erfolgreich für Ferrari, bis er 1982 im Alter von 32 Jahren starb. Die Formel-1-Strecke in Montreal trägt seinen Namen.

Dass Jacques Villeneuve eines Tages ausgerechnet neben seinem langjährigen Erzrivalen Michael Schumacher bei Ferrari fahren wird, ist nicht zu erwarten. Auch wenn sich das Verhältnis der beiden Streithähne entspannt hat. «Ich habe keine negativen Gefühle, ihn wiederzusehen. Ich würde mich freuen, wenn er wieder fährt», meint der sechsmalige Weltmeister Schumacher. «Wir haben uns nach dem Rennen in Monaco gesehen. Wir haben uns unterhalten, und es war sehr entspannt», beschreibt der Deutsche das Verhältnis.

Nicht nur Schumacher hätte nichts gegen eine Rückkehr des ehemaligen Champions. Auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone macht sich seit Monaten für den eigenwilligen Kanadier stark. «Es ist mein Herzenswunsch, dass Jacques schnell zurückkehrt. Das habe ich an den entsprechenden Stellen deutlich gemacht.» Die wahrscheinlichste Adresse scheint derzeit wirklich Williams-BMW zu sein. Doch bisher hat der 33-Jährige noch nicht in einem Wagen des britisch-deutschen Rennstalls gesessen. Teamchef Frank Williams und Mitbesitzer Patrick Head haben aber bestätigt, dass es Kontakte gegeben hat. Bei Williams-BMW wird 2005 das Cockpit von Juan Pablo Montoya frei, der zu McLaren-Mercedes wechselt. Eventuell wird auch Ralf Schumacher die «Blau-Weißen» Richtung Toyota verlassen.

Villeneuve, der trotz der mäßigen Erfolge bei BAR-Honda als der am besten bezahlte Fahrer nach Michael Schumacher galt, wäre mittlerweile ein Schnäppchen. Bei einem Comeback hätte er die Gelegenheit, sein ruhmloses Ende bei BAR-Honda zu korrigieren. Vor dem letzten Rennen 2003 in Suzuka musste Villeneuve wegen eines Streits mit Teamchef Dave Richards seinen Platz für den Japaner Takuma Sato räumen.

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