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Mitterrands Sohn wegen Waffenhandels festgenommen

Mitterrand werde vorgeworfen, in seiner Zeit als Afrika-Berater seines Vaters an illegalen Waffenverkäufen beteiligt gewesen zu sein.

Reuters PARIS. Der Sohn des verstorbenen Präsidenten Francois Mitterrand, Jean-Christophe Mitterrand, ist nach Angaben aus Justizkreisen wegen des Verdachtes auf Beteiligung an illegalem Waffenhandel in Paris in Gewahrsam genommen worden. Es sei noch keine Anklage erhoben worden, wurde am Freitag in den Kreisen betont. Mitterrand werde vorgeworfen, in seiner Zeit als Afrika-Berater seines Vaters an illegalen Waffenverkäufen beteiligt gewesen zu sein. Mitterand sei am Donnerstag mehrere Stunden vernommen und dann in das Gefängnis Sante gebracht worden. Außer Mitterrand sei auch der Schriftsteller Paul-Loup Sulitzer vernommen worden, hieß es in den Kreisen.

Die Namen der Beiden wurden den Angaben zufolge auf Listen im Computer des Waffenhändlers Pierre Falcone entdeckt. Gegen Falcone laufen Ermittlungen wegen des Verdachts des illegalen Waffenhandels und der Steuerhinterziehung. Er soll 1993 Waffen im Wert von zweistelligen Millionensummen in das Bürgerkriegsland Angola verkauft haben. Bei früheren Verhören hätten Mitterrand und Sulitzer zugegeben, Geld erhalten zu haben, das jedoch nicht aus illegalen Geschäften stamme, verlautete aus den Justizkreisen in Paris. Mitterrand war Afrika-Berater seines Vaters von 1986 bis 1992.

Die strafrechtliche Untersuchung der angeblich illegalen Waffenverkäufe hat sich in den vergangenen Wochen ausgeweitet. Sie betreffen inzwischen eine ganze Reihe von bekannten Franzosen mit Verbindungen nach Afrika. Sie wurden durch Hinweise ausgelöst, die bei der Untersuchung einer angeblichen Schmiergeldaffäre der politischen Parteien gefunden wurden. Francois Mitterand war 14 Jahre lang Präsident Frankreichs. Er schied 1995 aus dem Amt und starb ein Jahr später.

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