Mittwoch soll die Arbeit niedergelegt werden
Im Lufthansa-Tarifkonflikt sind jetzt Piloten zu Warnstreiks aufgerufen

Der Lufthansa drohen in der laufenden Tarifrunde zum zweiten Mal innerhalb von sechs Tagen bundesweite Warnstreiks mit massiven Behinderungen für die Fluggäste. Die Vereinigung Cockpit rief 4 200 Piloten und Copiloten für diesen Mittwoch zwischen 6.30 und 9.00 Uhr zu Arbeitsniederlegungen auf.

dpa FRANKFURT/MAIN. Damit solle die Lufthansa bewegt werden, in den inzwischen rund acht Wochen dauernden Gesprächen endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, sagte Cockpit-Tarifexperte Thorsten Gommert am Montag in Frankfurt. Erst am Freitag hatten Warnstreiks des Bodenpersonals zu Flugausfällen geführt. Die Lufthansa einigte sich jedoch am Samstag mit der Gewerkschaft ver.di über einen Tarifvertrag für diesen Teil ihrer Beschäftigten.

Die Pilotenvereinigung rief das Cockpitpersonal von Lufthansa, Lufthansa-Cargo und Condor in allen deutschen Stationen zum befristeten Ausstand auf. Cockpit fordert deutliche Einkommens- Erhöhungen von im Schnitt mehr als 30%. "Die Piloten und Copiloten der Lufthansa sind im internationalen Vergleich überdurchschnittlich produktiv, aber unterdurchschnittlich bezahlt", sagte Gommert. Zudem hätten sie im Zuge der Konzernsanierung in den 90er Jahren nur mäßige Einkommenssteigerungen erhalten. Die Lufthansa hatte die Forderungen abgelehnt.

Dialog ohne festen Termin

Ein Unternehmenssprecher sagte am Montag, die Lufthansa gehe davon aus, dass der Dialog bestehen bleibe. Es gibt bisher aber keinen neuen Termin. In der dritten Gesprächsrunde am vergangenen Donnerstag hatte Lufthansa einen Vorschlag für eine neue Struktur der Vergütung vorgelegt. Er sieht unter anderem vor, statt 13 künftig zwölf Monats- Gehälter zu zahlen und dazu eine leistungsorientierte variable Komponente einzuführen. Die Pilotenvereinigung verlangt dagegen zuvor ein Angebot über eine Gehaltssteigerung. Der mit Verdi geschlossene Vertrag sei vor dem Hintergrund der Forderungen nicht akzeptabel, sagte Gommert.

Die Tarifeinigung für die rund 51000 Beschäftigten des Boden- und Kabinenpersonals sieht eine Erhöhung der Grundvergütungen um 3,5% bei einer Laufzeit von 14 Monaten vor. Für 2000 erhält die Belegschaft zudem eine Sonderzahlung von 1100 DM sowie einen Bonus in Höhe von zehn Prozent eines Monatsgehaltes. Hinzu kommt eine Rahmenvereinbarung über eine Bestandssicherung. Sie sieht vor, dass bestehende tarifliche Vereinbarungen für 19 Monate bis Ende 2002 verlängert werden. Dies bedeutet, dass bei Umstrukturierungen im Lufthansa-Konzern oder Auslagerungen einzelner Unternehmensbereiche die Belegschaften zunächst abgesichert sind.

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