MLP-Aktie bricht erneut ein
Volatiler Dax schließt im Plus

Angetrieben von kräftigen Kursgewinnen bei der Deutschen Telekom und Eon hat der Deutsche Aktienindex (Dax) am Mittwoch nach starken Schwankungen deutlich im Plus geschlossen. Die deutschen Aktien hätten sich zwar etwas von ihren jüngsten Verlusten erholt, von einer Trendwende könne jedoch keinesfalls gesprochen werden, sagte der Analyst Holger Galuschke von SEB. Außerdem belasteten die anhaltenden Sorgen vor einem Irak-Krieg auch weiterhin die Stimmung, ergänzten Händler.

Reuters FRANKFURT. Unterstützung erhielt der Aktienmarkt indes von den Automobilwerten, die angesichts guter Absatzzahlen gefragt waren. Dagegen brachen die Aktien von MLP nach einem erneuten Magazin-Bericht über die Bilanzierungspraktiken ein.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss am Mittwoch 2,2 % fester bei 2 926,74 Zählern, nachdem er zuvor innerhalb einer Spanne von minus 1,7 bis plus 3,8 % geschwankt hatte. Am Neuen Markt sank der Auswahlindex Nemax 50 indes um 0,7 % auf 336,26 Punkte. Der Nebenwerte-Index MDax lag 1,9 % im Plus bei 2 894,35 Stellen. Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien zog um 4,2 % auf 2 361,73 Zähler an.

Die Aktien von MLP standen mit einem Minus von knapp 14,1 % auf 7,20 ? an der Spitze der Dax-Verlierer. Allein die Tatsache, dass das Anlegermagazin "Börse Online" wieder über MLP berichtet habe, belaste den Kurs, sagte der Börsenhändler Udo Becker vom Bankhaus Merck Finck. "Viele wissen wohl gar nicht, was genau drin steht", fügte er hinzu. MLP wie den Bericht über angeblich zu hoch ausgewiesene Gewinne zurück.

Die Aktien der Lufthansa gerieten im Tagesverlauf immer stärker unter Druck und schlossen 4,2 % im Minus bei 9,39 ?. Börsianern zufolge leide das Papier unter der Ankündigung des Billig-Fliegers Ryanair, vier neue Verbindungen vom Flughafen Frankfurt-Hahn aus anbieten zu wollen. Außerdem gebe es Befürchtungen, dass die Lufthansa bei der kommenden Tarifrunde stärkere Lohnerhöhungen akzeptieren müsse, ergänzte der Fondsmanager Trudbert Merkel von der Deka-Gruppe.

Größter Gewinner im Dax waren die Aktien von Infineon, die sich um sieben Prozent auf 6,25 ? verteuerten. Die Chip-Nachfrage werde sich offenbar doch nicht wie befürchtet abschwächen, sagten Börsianer mit Blick auf die am Vorabend angehobene Umsatzprognose des weltweit zweitgrößten PC-Herstellers Dell.

Die T-Aktie stieg derweil um 5,7 % auf 9,47 ?. Die Erholung sei vor allem eine technische Reaktion auf die Verluste der vergangenen Monate, sagten Händler. Außerdem stütze die Präzisierung der Pläne zum Stellenabbau.

Die Papiere von Eon zogen um 3,7 % auf 52,07 ? an, nachdem die Umweltschutzorganisation Greenpeace vor Gericht mit einer Beschwerde gegen die geplante Fusion mit Ruhrgas gescheitert war.

Nach den am Dienstag bekannt gegeben deutlichen Zuwächsen des US-Absatzes im September legten die Aktien der deutschen Automobilhersteller zu. Im Branchenvergleich verbuchten die Titel von BMW mit einem Plus von 3,7 % auf 34,79 ? die größten Gewinne.

Im MDax stürzten die Papiere von Pro Sieben Sat.1 um 6,7 % auf 5,85 ? ab. Zuvor hatte die TV-Senderkette wegen der Krise am Werbemarkt ihre Gewinnerwartung für das laufende Jahr deutlich reduziert.

Die Aktien von Beiersdorf kletterten unterdessen um 6,8 % auf 102,50 ?. Zuvor war aus Branchenkreisen bekannt geworden, dass der US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble der Allianz einen Preis für deren Beiersdorf-Anteil genannt habe, der aber "nicht in der Wunschregion" des Versicherers gelegen habe. Die Allianz wollte dies nicht kommentieren.

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