MLP-Aktien gesucht
Dax: Auf Tageshoch ins Wochenende

Trotz des versöhnlichen Wochenausklangs warnen Händler vor überschäumender Freude. Die Kursbewegungen des Dax dürften nicht überbewertet werden, so die Experten. Angesichts der anhaltend großen Nervosität der Anleger seien viele der Veränderungen willkürlich.

Reuters FRANKFURT. In einem von der anhaltenden Nervosität der Anleger geprägten Handel hat der Deutsche Aktienindex (Dax) am Freitag parallel zu anziehenden Kursen an den US-Börsen fester geschlossen. Im Mittelpunkt des Interesses standen dabei die Aktien des Finanzdienstleisters MLP, die auf Grund von Übernahmespekulationen zeitweise 30 Prozent zulegten.

Die Kursbewegungen des Dax dürften nicht überbewertet werden, sagten Händler. Angesichts der anhaltend großen Unsicherheit der Anleger über die weitere Entwicklung der Konjunktur und damit der Unternehmensgewinne seien viele der Veränderungen willkürlich. Der Dax hatte im Handelsverlauf mehrfach gedreht.

5 Prozent Plus im Wochenverlauf

Der Dax schloss am Freitag 2,2 Prozent fester bei 3 760,86 Zählern. In der abgelaufenen Woche hat das Börsenbarometer damit rund fünf Prozent an Wert gewonnen. Im gleichen Zeitraum gab der VDax, der über die Schwankungsbreite des Börsenbarometers Auskunft gibt, zwar 1,2 Prozent nach, lag aber immer noch auf dem Niveau nach den Anschlägen vom 11. September.

Am Neuen Markt stieg der Auswahlindex Nemax50 um 1,5 Prozent auf 496,95 Punkte. Der Nebenwerte-Index MDax lag 0,5 Prozent im Plus bei 3 420,02 Stellen. Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien zog um 1,7 Prozent auf 2 779,96 Zähler an.

An der Wall Street tendierte der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 0,2 Prozent fester bei 8 729 Stellen, während der technologielastige Nasdaq-Index um 0,3 Prozent auf 1313 Punkte sank. Beide Indizes hatten zuvor jeweils rund zwei Prozent im Minus gelegen.

MLP erneut mit extremen Kursschwankungen

Die Aktien von MLP schwankten in einer Spanne von plus einem bis plus 31 Prozent und schlossen 15,5 Prozent fester bei 16,52 Euro. Mit Blick auf das Abschmelzen der Kursgewinne am Mittag sagte der Händler Gregor Görtz vom Handelshaus Lang & Schwarz, es sei eine große Verkaufsorder platziert worden. Außerdem hätten offenbar viele Anleger die Chance zu Gewinnmitnahmen genutzt. Übernahmespekulationen angesichts des derzeit niedrigen Börsenwertes von MLP hatten die Aktie des Finanzdienstleisters am Vormittag nach oben getrieben.

Seit Wochenbeginn hat sich der Wert des MLP-Papiers in etwa verdoppelt, nachdem er sich am vergangenen Freitag als Reaktion auf eine Korrektur der Gewinnprognosen halbiert hatte. Dennoch liegt der Aktienpreis immer noch rund 80 Prozent unter dem Niveau zu Jahresbeginn. Der Hintergrund hierzu sind wiederholte Medienberichte über Bilanzungereimtheiten, die MLP jedoch stets zurückgewiesen hat.

Epcos und Infineon unter Druck

Auf der Verliererseite standen derweil die Technologiewerte Epcos und Infineon. Bei Epcos spekulierten die Anleger auf einen bevorstehenden Ausschluss des Herstellers von Passiv-Bauelementen aus dem Dax. Das Papier verbilligte sich um 1,2 Prozent auf 14,75 Euro. Die Titel des Chip-Herstellers Infineon fielen parallel zum schwächeren Philadelphia Halbleiter-Index um 0,7 Prozent auf 12,36 Euro.

Pro Sieben trozt schwacher Zahlen kräftig im Plus

Im MDax kletterten die Papiere von ProSiebenSat.1 um 8,1 Prozent auf 7,74 Euro, obwohl die TV-Senderkette zuvor einen drastischen Gewinneinbruch bekannt gegeben hatte. Händler sagten, der Markt sei erleichtert, dass es nicht noch schlimmer gekommen sei. Außerdem habe die Aktie bereits in den vergangenen Tagen stark unter Druck gestanden. Seit Wochenbeginn haben die Titel knapp 19 Prozent an Wert eingebüßt.

Am Neuen Markt schlossen die Aktien von MobilCom 8,3 Prozent schwächer bei 4,99 Euro, nachdem sie zuvor bei 4,50 Euro ein Allzeittief markiert hatten. Der Telekom-Anbieter hatte die Veröffentlichung seiner Halbjahreszahlen auf Grund möglicher weiterer Wertberichtigungen auf unbestimmte Zeit verschoben.

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