MLP bangt um Verbleib im Dax
Börse mischt Index-Karten neu

Erstmals seit der umfassenden Neuordnung der Index-Landschaft im März berät die Deutsche Börse über die Zusammensetzung der Börsenbarometer. Im Mittelpunkt steht dabei die Entscheidung über den Deutschen Aktienindex Dax.

HB/dpa FRANKFURT. Der Finanzdienstleister MLP verfehlt seit langem die Kriterien für eine Mitgliedschaft im Club der 30 wichtigsten deutschen Aktien. Der Mangel an Alternativen könnte dem Heidelberger Unternehmen aber einmal mehr eine Gnadenfrist verschaffen.

Die Entscheidung wollte der Arbeitskreis Aktienindizes, ein Beratungsgremium der Deutschen Börse, am Donnerstagabend in Frankfurt treffen. Nach starken Kursverlusten erfüllt MLP nicht mehr alle Kriterien für den Verbleib in der ersten Börsenliga. Nach Börsenwert (Aktienzahl multipliziert mit dem Kurs) und Handelsumsatz der Aktie muss ein Dax-Anwärter zu den 35 wichtigsten Werten zählen. Zuletzt erreichte der MLP-Börsenwert nur Rang 51. Stattdessen lauern der Nivea-Hersteller Beiersdorf und die Telekom-Tochter T-Online auf der Ersatzbank.

Der Austausch gilt aber keineswegs als sicher. Wie schon im Februar könnte der Arbeitskreis aus Mangel an Alternativen auf einen Rauswurf von MLP verzichten. "Wir hatten mit MLP einen klaren Ausschlusskandidaten, aber keinen klaren Aufsteiger", hatte der zuständige Börsenmanager Christoph Lammersdorf dies begründet.

Daran hat sich nichts geändert. Für einen Aufstieg in das wichtigste deutsche Börsenbarometer qualifizieren sich derzeit theoretisch die Hamburger Beiersdorf AG und der Internet- Dienstleister T-Online. Doch Beiersdorf gilt seit langem als Übernahmekandidat, der bei einer Übernahme wieder aus dem Dax genommen werden müsste. Auch T-Online ist aus Börsensicht nicht makellos: Der Anteil an frei handelbaren Aktien liegt bei rund einem Fünftel. Das ist insbesondere bei Großinvestoren, die sich an Börsenbarometern wie dem Dax orientieren, nicht gern gesehen.

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