MLP erneut mit Kurseinbruch
Dax kämpft mit 3 000-Punkte-Marke

Unterstützt von kräftigen Kursgewinnen bei der Allianz und der Deutschen Telekom hat sich der Deutsche Aktienindex (Dax) am Freitag knapp über 3 000 Punkten stabilisiert. Vor dem Hintergrund des großen Verfalls an den Terminmärkten war er kurz nach Eröffnung zeitweise unter diese psychologisch wichtige Marke gerutscht.

Reuters FRANKFURT. Der Fondsmanager Andreas Thomae sagte, angesichts der Konjunkturflaute und der zu erwartenden Senkung der Geschäftsprognosen durch die Unternehmen werde der Dax die 3 000 Punkte bald nachhaltig unterschreiten.

Im Rampenlicht stand die Aktie von Daimler-Chrysler. Der Autohersteller hatte zuvor den Einstieg in die Lkw-Sparten seiner beiden asiatischen Partner angekündigt. Die Papiere verloren 0,2 % auf 37,38 Euro. Der Stuttgarter Konzern beteiligt sich für fast 1,2 Mrd. Euro an den Lkw-Sparten von Mitsubishi und Hyundai.

Der Dax stieg bis zum Nachmittag um 0,4 % auf 3 020 Zähler, nachdem er am Vormittag zeitweise auf 2 956,56 Punkte und damit den tiefsten Stand seit Januar 1997 gefallen war. Am Neuen Markt sank der Auswahlindex Nemax 50 um 0,8 % auf 392 Punkte. Der Nebenwerte-Index MDax tendierte 0,2 % im Plus bei 2 985 Stellen. Der Dow Jones Euro Stoxx 50 der größten europäischen Aktien gab um 1,3 % auf 2 299 Zähler nach.

An der Wall Street tendierte im frühen Handel der Dow Jones nach anfänglichen Gewinnen 0,2 % niedriger bei 7 924 Stellen, während der Nasdaq-Index fast unverändert bei 1 216 Punkten blieb.

Überdurchschnittliche Umsätze bei Mittagsauktion

Am so genannten "dreifachen Hexensabbat" wurden in der Mittagsauktion, in der Index-Optionen und-Futures an der Eurex verfallen sind, nach Reuters-Daten mehr als 100 Millionen Aktien gehandelt, der Großteil des gesamten Tagesgeschäfts. Dramatische Kursveränderungen wurden jedoch nicht verzeichnet. In der Schlussauktion laufen nun noch die Optionen auf einzelne Aktien aus. Aber auch dort rechneten Börsianer nicht mit spektakulären Kursausschlägen.

Die Aktien der Allianz verteuerten sich um 5,2 % auf 96 Euro, nachdem sie am Vortag bereits zugelegt hatten. Diese Erholung sei unter anderem eine technische Reaktion auf die jüngsten starken Verluste, sagten Börsianer. Zudem helfe die Ankündigung, entgegen Marktspekulationen keine Kapitalerhöhung zu planen.

Unterdessen zog die T-Aktie 1,8 % auf 9,58 Euro an. Sie erhalte unter anderem Unterstützung von der Beilegung des Streits um die Auftragsvergabe für das elektronische Erfassungssystem der Lkw-Maut, sagten Händler. Die Telekom gehört einem der ehemals konkurrierenden Konsortien an. Ein Großteil des Kursgewinns sei allerdings auf die allgemeine Erholung der Aktienmärkte zurückzuführen. Rund zwei Drittel des gesamten Dax-Gewinns gingen auf das Konto der Telekom - und der Allianz-Aktien.

Auch Technologiewerte erholen sich

Zulegen konnten auch die zuletzt stark unter Druck geratenen Technologiewerte. Die Titel von Siemens etwa stiegen um 0,2 % auf 37,11 Euro. Dagegen fielen die Papiere von Infineon um sechs Prozent auf 7,15 Euro. Der Chiphersteller erwartet nach den Worten des Konzernchefs Ulrich Schumacher für die kommenden zwei Quartale keinen Aufschwung der Branchenkonjunktur.

Mit einem Minus von 9,6 % auf 8,89 Euro verbuchten derweil die Aktien von MLP einen erneuten Kurseinbruch. Die Titel hatten am Vortag in der gleichen Größenordnung verloren, nachdem die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts auf Insiderhandel aufgenommen hatte.

Im MDax kletterten die Papiere von Jenoptik um 14 % auf 11,85 Euro. Zuvor hatte der Konzern den Erhalt von zwei Großaufträgen mit einem Gesamtvolumen von 60 Mill. Euro bekannt gegeben.

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