MLP-Kurs auf Höhenflug
Sorgenfalten bei den Anlegern

Unsicherheiten über die weitere konjunkturelle Entwicklung in Deutschland und den USA haben am Freitag den Deutschen Aktienindex (Dax) ins Minus gedrückt. Der Marktentwicklung widersetzen konnten sich die Aktien des Finanzdienstleisters MLP, die rund 15 % an Wert gewannen. Die Erleichterung über die Einsparung der Dividende und der optimistische Ausblick, den MLP am Vortag gegeben hatte, habe den Kurs beflügelt, sagten Händler.

rtr/dpa FRANKFURT. Für das Dax-Minus von 1,85 % auf 2838 Punkte machten Börsianer vor allem die verhaltenen Aussichten über die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und den Vereinigten Staaten verantwortlich. Auch die Wochenbilanz fiel mit minus 2,1 Prozent negativ aus. Dagegen stieg der MDax um 0,04 Prozent auf 3139,30 Zähler. Der TecDax sank um 0,98 Prozent auf 378,33 Punkte.

Sorgen bereitet Börsianern unter anderem die konjunkturelle Entwicklung der weltgrößten Volkswirtschaft USA, die im ersten Quartal nach vorläufigen Berechnungen weniger stark als erwartet gewachsen war. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg zum Vorquartal um 1,6 %. Analysten hatten im Schnitt mit einem Plus von 2,3 % gerechnet. "Das US-BIP war schon ziemlich schlecht. Auch gibt es die Sorge, dass die tatsächliche Wirtschaftsleistung im ersten Quartal am Ende noch schlechter ist, schließlich sind die Zahlen nur vorläufig", sagte Giuseppe Amato, Marktanalyst beim Broker Lang & Schwarz.

Auch die Wirtschaft in Deutschland bereitet Anlegern Kopfzerbrechen. "Die Steuereinnahmen fließen nicht und die Regierung wird wohl ihre Wachstumsprognose senken - alles Anzeichen einer nur schwachen Konjunktur in Deutschland", sagte ein Händler. Koalitionskreisen zufolge wird Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) die Wachstumsprognose der Bundesregierung für 2003 wohl von 1,0 % auf 0,75 % senken. "Angesichts der Unsicherheit über die Verfassung der Konjunktur und der sich weiter ausbreitende Lungenkrankheit SARS verkaufen viele Investoren ihre Bestände", sagte Volker Borghoff, Aktienstratege HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Die Autowerte gaben nach den zurückhaltenden Ausblicken von VW und Daimler-Chrysler weiter nach. Die ex Dividende gehandelten Aktien des Automobilkonzerns Volkswagen fielen um rund 8,28 % auf 31,22 ?. Die Dividende beträgt 1,30 ?, so dass sich das Kurs-Minus auf rund 4,4 % belief. Die Anleger zeigten sich zudem besorgt darüber, die vor allem in Asien grassierende, lebensbedrohende Lungenkrankheit SARS könne das Geschäft von VW dort belasten, sagten Händler. Daimler-Chrysler-Aktien büßten 3,04 Prozent auf 28,42 Euro ein. BMW-Papiere gaben 1,26 Prozent auf 29,06 Euro nach.

Auch die Aktien der Touristik- und Fluggesellschaften litten laut Händlern weiter unter den Ängsten der Kunden vor SARS. Die Papiere von TUI verloren 3,68 Prozent auf 11,52 Euro. Auch Lufthansa-Titel büßten 2,22 Prozent auf 8,79 Euro ein.

Der Kurs von Bayer stieg nach Vorlage von Zahlen um 1,52 Prozent auf 16,75 Euro. Der Chemie- und Pharmakonzern hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres nach vorläufigen Zahlen Umsatz und Ergebnis gesteigert. BASF-Aktien verloren dagegen 2,90 Prozent auf 38,16 Euro.

Mit Kursgewinnen von rund 15 % auf 11,00 ? setzten sich die MLP-Titel an die Spitze der Dax-Gewinner. Händler erklärten das Plus mit Aussagen des MLP-Chefs Bernhard Termühlen vom Donnerstag, wonach die akute Krise überstanden sei. Außerdem soll die Dividende für 2002 ausfallen. "Die Tatsache, dass MLP die Ausschüttung einspart, hat zu Erleichterung geführt", sagte Peter Lüdke, Händler bei Merck Finck.

Am Rentenmarkt stieg der Rex um 0,18 Prozent auf 118,40 Punkte. Der Bund Future notierte nahezu unverändert bei 114,43 Zählern. Die Umlaufrendite fiel auf 3,83 (Donnerstag: 3,87) Prozent. Der Kurs des Euro ist am Freitag gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0973 (Donnerstag: 1,1008) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9113 (0,9084) Euro.

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