MLP legt am Dienstag Zahlen vor
Aktionärsschützer zweifeln MLP-Jahresabschluss an

Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre zweifelt trotz aller Beteuerungen des Managements den Jahresabschluss des Finanzdienstleisters MLP an. Die bisherigen Stellungnahmen der MLP AG zu den Vorwürfen der fragwürdigen Bilanzierung seien "völlig ungenügend", erklärte die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) am Montag in München. Die Schutzgemeinschaft forderte eine Sonderprüfung durch eine renommierte internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

dpa HEIDELBERG/MÜNCHEN. MLP-Vorstandschef Bernhard Termühlen bekräftigte trotz der Diskussion um die Bilanzen und der darauf folgenden Kurseinbrüche seine Prognosen. "Wir haben keinen Grund, unsere Wachstumsprognose zu ändern. MLP verfügt über ein Geschäftsmodell, das dem Unternehmen über Jahre hohe Erträge sichert", sagte Termühlen dem Anlegermagazin "Euro am Sonntag". Er hatte zuvor mehrmals angekündigt, dass MLP bis zum Jahr 2010 jährlich mit 30 Prozent wachsen will. An diesem Dienstag legt MLP die jüngsten Quartalszahlen vor. Die Spekulationen über Bilanzierungstricks hatte das Unternehmen als "haltlos" zurückgewiesen.

Im Mittelpunkt der Diskussion stehen die von MLP vorgenommenen Rückversicherungsgeschäfte. MLP habe über Jahre hinweg aus diesen Transaktionen höhere Einnahmen als Ausgaben verbucht, erklärte die SdK. Ob dieser dabei entstehende Saldo als Schulden bezeichnet werden müsse, sei dabei unerheblich. Nach Ansicht der SdK müsse die Differenz jedenfalls über die Jahre ausgeglichen werden, da Rückversicherungsgesellschaften kein Geld zu verschenken hätten.

Fragliche Bilanzierungsmethoden

Die SdK räumte zwar ein, dass diese Praxis bei jungen Lebensversicherungen üblich sein könne. "Bedenklich ist jedoch, dass MLP diese Finanzierungsform so exzessiv nutzt, dass Gewinne entstehen, die ausgewiesen, versteuert und als Dividende ausgeschüttet werden." Auch andere Bilanzierungsmethoden von MLP seien aus Sicht der SdK fraglich.

Termühlen gab zu, dass es nach den Kurs-Turbulenzen der vergangenen Tage zunächst zu einem Rückgang des Geschäfts kommen könnte: "Es mag natürlich sein, dass wir kurzfristig nun ein- bis zweitausend Verträge weniger abschließen, das müssen wir dann durch Mehrarbeit wieder ausgleichen".

Die MLP-Aktie war nach einem Bericht über angebliche Bilanz- Tricksereien kräftig unter Druck geraten. Allein am Freitag war Kurs des Dax-Werts um rund 19 Prozent auf 40,75 Euro abgesackt. Am Pfingstmontag legte die Aktie nach Bestätigung der Prognosen bis zum Nachmittag um 11,66 Prozent auf 45,50 Euro zu.

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