MLP nach Prognosesenkung im freien Fall
Dax schließt im Minus

Erneut schwache US-Vorgaben und ein Kurseinbruch bei der MLP-Aktie haben die deutschen Aktienmärkte am Freitag ins Minus gedrückt. Der Deutsche Aktienindex Dax schloss um 2,05 Prozent tiefer auf 3532,49 Punkte.

dpa FRANKFURT/M. Nach einer Prognosesenkung brach der MLP-Titel um knapp 50 Prozent ein. Der MDax der mittleren Werte sank um 0,12 Prozent auf 3403,67 Zähler. Am Neuen Markt gab der Nemax 50 um 3,18 Prozent auf 519,04 Punkte nach.

Händler verwiesen auf neuerliche schwache Konjunkturdaten aus den USA. So war der Auftragseingang der Industrie im Juni unerwartet deutlich gesunken, auch die Zahlen zum US-Arbeitsmarkt lagen unter den Erwartungen der Experten. Zusätzlich trübten die schwachen US- Börsen die Stimmung auf dem Frankfurter Parkett. Neben der MLP-Aktie standen auch die Technologiewerte unter Druck.

Nach einer Gewinnwarnung sackten MLP-Anteilsscheine um 48,69 Prozent auf 8,00 Euro. "Nun hat sich bewahrheitet, was wir bereits befürchtet hatten", sagte ein Händler. Bereits im Tagesverlauf hatten Spekulationen über die am Abend vom Unternehmen bestätigte Prognosesenkung den Wert tief ins Minus gedrückt.

Im Sog der schwachen technologieorientierten US-Börse Nasdaq standen auch die Technologiewerte deutlich im Minus: Papiere des Bauelemente-Spezialisten Epcos verloren 9,78 Prozent auf 15,50 Euro. Aktien des Chipherstellers Infineon büßten 5,95 Prozent auf 12,65 Euro ein. Hier belastete Händler zufolge zusätzlich die am Vorabend reduzierte Umsatzprognose des US-Konkurrenten National Semiconductor Corp. Siemens gaben 5,91 Prozent auf 45,05 Euro nach. Der Titel des Software-Herstellers SAP verbilligte sich um 4,28 Prozent auf 71,79 Euro.

Eon-Aktien drehten am Abend ins Minus und verloren 0,43 Prozent auf 48,24 Euro. Der Zusammenschluss des Stromkonzerns mit dem Gas-Importeur Ruhrgas zum größten Energiekonzern der Welt bleibt blockiert. Knapp einen Monat nach der Ministererlaubnis für die Übernahme der Ruhrgas AG durch die Eon AG stellte das Oberlandesgericht in Düsseldorf jetzt gravierende Verfahrensfehler der Bundesregierung fest. Damit bleibe der Zusammenschluss bis zur Entscheidung im Hauptverfahren untersagt, teilte das Gericht am Freitagabend mit.

Zu den wenigen Dax-Gewinnern zählten die Anteilsscheine des Pharmakonzerns Schering mit plus 3,69 Prozent auf 54,75 Euro. Eine Händlerin sah die Aktie durch anhaltende Übernahmegerüchte und ein Aktienrückkaufprogramm beflügelt. Nach Vorlage von Halbjahreszahlen verloren Altana im MDax 0,96 Prozent auf 49,70 Euro.

Die Vorgaben aus den USA waren schwach: Der Dow Jones verlor 2,67 Prozent auf 8279 Punkte. Der Nasdaq Composite Index sank um 2,79 Prozent auf 1244 Zähler. Die europäischen Börsen tendierten uneinheitlich. Der Index für die 50 bedeutendsten in Euro gehandelten Standardtitel, der EuroStoxx 50, verlor 0,42 Prozent auf 2547,12 Punkte. In London und Paris verbuchten die Aktienmärkte dagegen leichte Gewinne.

Am Rentenmarkt stieg der Rex um 0,32 Prozent auf 114,51 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,6 Prozent auf 110,36 Zähler. Die Umlaufrendite wurde bei 4,48 (Donnerstag 4,55) Prozent festgestellt.

Der Kurs des Euro ist am Freitag gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,9873 (Donnerstag: 0,9760) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,0129 (1,0246) Euro.

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