MLP weist "unehrliche Bilanz" aus
Aktionärsschützer kritisieren MLP

Verschiedene Aktionärsvertreter haben auf der Hauptversammlung der MLP AG zum Teil heftige Kritik an Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft geübt.

vwd MANNHEIM. Nach Aussage der Vorsitzenden des Vereins Aktionärinnen eV, Anneliese Hieke, weist MLP eine "unehrliche Bilanz" aus. Unehrlich deshalb, weil im Geschäftsbericht der Gesellschaft aufgeführt werden müsste, welchen Anteil die Rückversicherer an den Abschlusskosten von MLP-Lebensversicherungen hätten, sagte Hieke auf der Hauptversammlung am Dienstag in Mannheim. MLP müsse seinen Anteilseignern auch sagen, dass Vorleistungen der Rückversicherer auch zurückgezahlt werden müßten, forderte Hieke.

Die Aktionärin kritisierte zudem erneut die bereits beschlossene und vom Landgericht Mannheim als rechtens angesehene Kapitalerhöhung, mit Hilfe derer die MLP-Töchter zu 100 Prozent übernommen werden sollen. Die Kapitalerhöhung bedeute eine Verwässerung des Aktienkurses und des Unternehmensgewinns um knapp 40 Prozent, gab Hieke zu bedenken. Deshalb habe sie den Antrag gestellt, einer Bestätigung des Hauptversammlungsbeschlusses vom 17. November 2000 nicht zuzustimmen.

Hieke stellte zudem weitere Gegenanträge zu diversen Tagesordnungspunkten, darunter die, Vorstand und Aufsichtsrat zu entlasten. Harald Petersen von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) schloss sich Hiekes Kritik in vielen Punkten an und erklärte ausdrücklich, deren Gegenanträge zu unterstützen. Er zeigte sich geschockt über den Pressebericht, der den starken Kursverfall vor wenigen Tagen ausgelöst hatte. Noch mehr habe ihn aber geschockt, wie der Vorstand auf die Vorwürfe reagiert habe. Petersen forderte in diesem Zusammenhang eine offene, transparente Kommunikation gegenüber dem Kapitalmarkt, was MLP zuvor bereits zugesagt hat.

Rainer Schad von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) beschrieb die schlechte Stimmung vieler Kleinaktionäre, die er vertritt. Es herrsche große Verunsicherung über die negativen Nachrichten und Kursverluste der letzten Tage. Schad wandte sich aber auch gegen die starke Kritik anderer Aktionärsschützer an der Kapitalerhöhung. Angesichts mehrerer Gutachten und Gerichtsurteile, die die Rechtmäßigkeit der Kapitalerhöhung und die angemessene Bewertung der MLP-Töchter bestätigt hätten, sei ihm unklar, warum die Umsetzung so lange blockiert werde.

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